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Regierungschefin Szydlo für totales Abtreibungsverbot Drucken E-Mail
  Das polnische Episkopat steht kompromißlos zum Abtreibungsgesetz. Schwangerschaftsabbruch ist in Polen nur erlaubt nach einer Vergewaltigung, bei schwerer Behinderung des Fötus oder Gefahr für das Leben der Mutter erlaubt. Nach Meinung der Bischöfe und der Abtreibungsgegner können auch diese Gründe keine Abtreibung rechtfertigen. Unterstützt werden sie von Regierungschefin Beata Szydlo. Im Rundfunk sagte sie, sie werde das Bügerbegehren Pro - Prawo do Życia (deutsch: Für ein Recht auf Leben) unterstützen. Findet es in drei Monaten 100.000 Beführworter, kommt es im Sejm zur Aussprache – sollte es jedenfalls.

Denn eine Debatte könnte durchaus heikel werden für die PiS-Regierung. Laut Umfragen ist die Mehrheit der Bevölkerung gegen eine gesetzliche Verschärfung des Abtreibungsrechts. In einer Parlamentsabstimmung werde es keinen Fraktionszwang geben, sagte Szydlo. Setzen sich die von der PiS-Regierung unterstützten Abtreibungsgegner durch, wäre es ein Votum gegen die Mehrheit des Volkes. Im anderen Fall wäre das Verhältnis zum Episkopat empfindlich gestört.

Am kommenden Sonntag wird aus Anlass des "Tages der Heiligkeit des Lebens" landesweit in den Gottesdiensten der bischöfliche Hirtenbrief verlesen.

2014 wurden in Polen nach Angaben des staatlichen Gesundheitsfonds NFZ 1.812 Abtreibungen registriert. Schätzungen von Frauenrechtlerinnen zufolge treiben jährlich rund 100.000 Polinnen illegal ab, die meisten im Ausland.

The Warsaw Voice/ds/01.04.2016
 
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