Home arrow EU & Polen arrow Jetzt auch Grabrede für “Weimarer Dreieck“
Jetzt auch Grabrede für “Weimarer Dreieck“ Drucken E-Mail
Polen hält das "Weimarer Dreieck" als Forum für die Zusammenarbeit mit Deutschland und Frankreich für "erschöpft". "Das Dreieck war wichtig zur Zeit unseres Beitritts zur EU" im Jahr 2004, sagte Außenminister Witold Waszczykowski der Tageszeitung "Gazeta Wyborcza" vom Mittwoch. "Dieses Format hat sich nun aber erschöpft", fügte er hinzu. Diese Erkenntnis habe er gewonnen nach Gesprächen mit dem französischen und deutschen Außenminster. Sie hätten kein Interesse gezeigt an den Vorschlägen seiner Regierung, das Weimarer Dreieck neu zu definieren, bedauerte Waszczykowski.

Nicht ausgesprochen meinte er dies: Im Verbund der drei großen Staaten in Mitteleuropa fordert Polen den Anspruch, als Führungsmacht die Interessen der osteuropäischen Nachbarstaaten zu vertreten. Für Frankreich und Deutschland ist dafür eher Brüssel zuständig. Die Probleme mit dem Weimarer Dreieck begannen 2006, als in Polen die Kaczynski-Brüder regierten und die Verhandlungen um den Lissaboner Vertrag  so lange blockierten, bis die übrige EU-Staatengemeinschaft bereit schien, Polens EU-Mitgliedschaft in Frage zu stellen.

Beleidigt reagierte Lech Kaczynski auf die Zurechtweisung, für die er Deutschland und Frankreich zu den Rädelsführern erklärte. Demonstrativ sagte er kurzfristig seine Teilnahme an der 2006-Jahressitzung  des Weimarer Dreiecks ab – wegen einer plötzlichen Magenverstimmung. Seinem Bruder Jaroslaw rummelt es offenbar auch heute in der Magengrube, sobald  es um das Weimarer Dreieck geht. Zurzeit ist er Strippenzieher der polnischen Regierung. Für Deutschland und Frankreich ist das Weimarer Dreieck ein Geste, es ginge auch ohne

APA/ds/08.04.2016 
 
< Zurück   Weiter >
(C) 2019 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.