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Suche nach Beutekunst mit Smartphone-App „ArtSherlock“ Drucken E-Mail
  Im Auftrag des polnischen Kulturministeriums wird weltweit nach im Zweiten Weltkrieg geraubten nationalen Kulturgütern gesucht. In der Datenbank des Ministeriums sind mehr als 63.000 Kunstwerke aufgelistet, die während des Zweiten Weltkriegs aus polnischen Museen und Privatsammlungen gestohlen wurden. In die Suche eingeschaltet sind Botschaften und polnische Konsulate. Sie lassen weltweit Auktionskataloge und Kunstmagazine prüfen sowie die Internetportale  „Lost Art“ und „Art Recovery“ durchforsten. Doch nur einige Dutzend Werke von Beutekunst konnten bisher nach Polen zurück gebracht werden.

Meist scheitert die Rückgabe an nicht lückenloser Beweislage und juristischen Finessen. Obendrein liegen Polen und Deutschland im Dauerstreit. 1944 ließ Nazi-Deutschland rund 300.000 Exponate aus dem Bestand der Preußischen Staatsbibliothek (Berlinka)  nach Krakau zur sicheren  Einlagerung bringen. Mit der neuen Grenzziehung erklärte Polen die Kulturgüter zu seinem Eigentum. Deutsche Kulturbehörden leisten seitdem eher Widerstand gegen die Herausgabe polnischer Kulturgüter.

Doch nun setzt Polens Kulturministerium auf der Suche nach Beutekunst  eine Smartphone-App ein, die nach Angaben der Programmierer innerhalb von Sekunden in der Lage ist, ein Gemälde oder ein anderes Kunstwerk als Beutekunst zu erkennen. Die App ist kostenlos in polnischer und englischer Sprachversion für iOS, Android, Windows Phone und Blackberry erhältlich und wird mit der Internetseite http://artsherlock.pl/ unterstützt.

Ende 2011 berichtete Polentoday über einen Vorgang in einem Hamburger Auktionshaus, das ein Gemälde mit der Zuschreibung „Ein Herrenportrait, Öl auf Leinwand, 18. Jahrhundert“ für 100 Euro aufrief. Polens damaliger Außenminister holte es persönlich ab. Hier die ganze Geschichte.

ds/13.05.2016
 
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