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Verfolgte Kunst: Heinrich Tischler und sein Breslauer Milieu Drucken E-Mail
Im  Stadtmuseum Wroclaw  ist die  erste Ausstellung in Polen mit Arbeiten jüdischer Künstler aus der Zeit zwischen den Weltkriegen zu sehen als Wroclaw Breslau hieß. Die zentrale Figur der Ausstellung ist der Maler, Graphiker und Architekt Heinrich Tischler (1892-1938), Schüler des herausragenden Architekten Hans Poelzig und des berühmten Malers Otto Müller.
Als jüdischen Künstlern nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten die Mitgliedschaft in der Reichskulturkammer verwehrt wurde, reagierte Heinrich Tischler (1892–1938) eigenwillig ironisch: Er porträtierte sich in der Nase bohrend und signierte: „Meine Beschäftigung im Juni 1934“.
 
Unmittelbar nach der "Reichskristallnacht" wurde er am 11. November 1938 Opfer von Massenverhaftungen und ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Auf Bemühen seiner Familie wurde er einen Monat später aus dem KZ entlassen, verstarb jedoch am 16. Dezember 1938 in Breslau aufgrund der im Lager erlittenen Verletzungen und der Auszehrung.

Er wurde auf dem Neuen Jüdischen Friedhof an der heutigen ul. Lotnicza beigesetzt. Seiner Frau gelang mit beiden Söhnen die Flucht nach London, und sie schaffte das eigentlich Unmögliche: versteckte das Lebenswerk des Künstlers im Gepäck. Vor ihrem Tod vermachte sie die Werke an Deutschland und Israel.

85 Jahre später werden Tischlers Grafiken erstmals ausgestellt. In Wroclaw, seiner Heimatstadt Breslau. Museums-Website.


ds/wroclaw 2016.pl/15.07.2016
 
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