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Filmregisseur Andrzej Waida gestorben Drucken E-Mail
  Polen hat mit Andrzej Waida eine seiner größten künstlerischen Persönlichkeiten verloren. 90-jährig starb  der Schöpfer von Meisterwerken wie „Asche und Diamant“, „Das gelobte Land“, „Danton“,  "Der Mann aus Eisen" und das „Massaker von Katyn“ gestern in Warshau. Rund 50 Filme umfaßt sein Lebenswerk.  "Wer 90 Jahre alt ist, ist ein wirklich alter Mensch. Deswegen beeile ich mich und denke schon an den nächsten Film", sagte der Regisseur, der sich zuletzt bei öffentlichen Auftritten auf einen Gehstock stützen musste. "Powidoki" (Nachbilder) hat er noch abschließen können, ein Drama auch zu verstehen als Mahnung, dass  Regierungen nicht in die Kunst eingreifen sollen.

Mit anderen Regie-Kollegen warf er kürzlich dem öffentlich-rechtlichen Sender TVP "Zensur" vor, als dieser den oscar-prämierten polnischen Film "Ida" (2013) in einer kommentierten Fassung zeigte. Das Werk von Pawel Pawlikowski handelt von der Identitätssuche einer jungen Nonne jüdischer Herkunft. Für sein Engagement in öffentlichen Debatten wurde Wajda von den Polen nicht nur als Künstler, sondern auch als moralische Autorität verehrt. 2000 wurde Wajda mit dem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk geehrt, im Jahr 2006 würdigte ihn die Berlinale mit dem Goldenen Ehren-Bären.

Ulrich Mund von der „Neue Zürcher Zeitung“ ehrt in seiner Würdigung Waida als den „vielleicht letzten Romantiker“ 

NZZ/ds/10.10.2016
 
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