Home arrow Geschichte & Kultur arrow EU fördert Kulturprojekte mit 350 Millionen Euro.
EU fördert Kulturprojekte mit 350 Millionen Euro. Drucken E-Mail

Aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) erhält Polen bis zum Jahr 2013 rund 350 Millionen Euro für die Errichtung neuer und die Modernisierung bestehender Kulturprojekte. Die Fördermittel konzentrieren sich  auf 12 Schlüsselprojekte, darunter die Einrichtung eines Filmstudiokomplexes in Babelsberger Dimension und die restaurative Modernisierung der Breslauer Jahrhunderthalle.


Euopas größtes Filmstudio, die Berliner Babelsberg AG, kriegt polnische Konkurrenz. Den  16 Berliner Studios auf einer Gesamtfläche von 25.000 m² will sich das polnische Projekt mit 10 Studios  zum  Wettbewerb stellen – plus einer elften Halle mit 7000 m², eine Studiofläche, die in dieser Größenordung nur Hollywood kennt. Einen offiziellen Namen für das polnische Film-Babel gibt es zwar noch nicht, doch  sprechen die Planer bereits von einem  „Pollyood“. Dort, wo es entstehen wird, heißt das Städtchen Nowe Miasto nad Pilica. Wer soll das, außer Polen, aussprechen können? Zudem hat dem einst militärstrategischen Städtchen mit der Auflösung des Warschauer Paktes nichts außer hohe Arbeitslosigkeit eingebracht. Die riesigen Hallen und Hangards (Foto) stehen seit Jahren leer. Mit EU-Millionen sollen  moderne Filmstudios daraus werden. Nur die  alten Hubschrauberplätze bleiben verottet wie sie sind, einsatzfähig für  weitere WK-II-Historienchinken. Auf 100 Millionen Euro schätzte das Kulturministerium den EU-Förderbeitrag, bewilligt wurden schließlich 50 Millionen. 2009 soll die erste Klappe fallen.

Zum Breslauer Wahrzeichen zählt die von 1991 bis 1913 erbaute Jahhunderthalle nach einem Entwurf  vom damaligen Stadtbaurat und Architekt Max Berg. Das Bauwerk gilt als Pionierleistung des Stahlbetonbaus der mordernen Architektur des frühen 20. Jahrhunderts. Die UNESCO hat es 2006 in die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen. Die Kuppel mit einer freien Spannweite von 65 Metern Durchmesser war zum Zeitpunkt der Fertigstellung weltweit die größte dieser Art. Darunter ließe sich der Petersdom dreimal reinstellen. Auch die Einweihung ging mit einem weiteren Weltrekord daher: 15.133 Pfeifen und 200 Register
hatte  der Frankfurter Orgelbauer installieren lassen. Das gilt noch immer als Weltrekord.
In den 1960er-Jahren war Breslau bemüht, das Jahrhundertwerk zum internationalen Messestandort aufzupäppeln. Am Ende  wurde daraus  die wohl größte Messehalle für Trödel.
Jetzt soll mit 18 Millionen Euro die Jahrhunderthalle wieder nostalgischen Glanz erhalten.

EFRE/PAP/ds/31.08.2007

 
< Zurück   Weiter >
(C) 2020 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.