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Polens Botschafter trommelt in Kuweit für EURO 2012 Drucken E-Mail

Einem Bericht der Kuweit News Agency zufolge antichambriert Polens Botschafter  Janusz Szwedo bei den Scheichs für die Fußball-Europameisterschaft 2012. Polen biete Investoren aus dem Mittleren Osten einzigartige Projekte an. Am 2. März sollen sie präsentiert werden, eigens zur Unterstützung reist Polens Minister für Sport und Tourismus, Miroslaw Drzewiecki, an. Wie es scheint ist der plötzliche Aktivismus Teil eines „Plan B“, den der Minister mittlerweile in Erwägung zieht. Zusehends schwindet offenbar die Zuversicht, dass die Ukraine als Co-Partner die Uefa-Auflagen erfüllen kann.

Im August will Uefa-Chef  Platina in Polen und in der Ukraine ein letztes Mal nach dem Rechten sehen  und sein Plazet geben  - oder den Daumen senken. Zuversichtlich hatte sich  Platini nach seiner letzten Kontrollreise durch die Ukraine nicht gerade geäußert. Und seither hat sich offenbar wenig getan. Ukrainischen Medien zufolge bewegt sich in der Stadion-Baustelle in Kiew seit Wochen kein Bagger. Kein Geld da, das Land torkelt Richtung Staatsbankrott. Die Versprechen einiger Oligarchen, für die Landesehre Schecks zu zeichnen, sind verstummt, zu sehr hat auch sie die globale Finanzkrise  gebeutelt.

Doch bislang hielt Sportminister Drzewiecki der Ukraine treu die Stange.“ „Der Vizepremier der Ukraine, Iwan Wasiunyk, hat mir versichert, dass sein Land alle Termine einhalten wird, obwohl die Wirtschaftssituation der Ukraine schlechter ist als in Polen. Polen hat den Vorteil in der EU zu sein. Die Ukraine nicht“, erklärte er im Januar vor der Presse. Danach kamen Meldungen, dass sich in den anderen drei ukrainischen Stadien auch nichts bewegt. Für die Arbeiten stünde nur ein Prozent der geplanten Steuereinnahmen zur Verfügung, gab ein Bürgermeister als Erklärung für den Stillstand.

Daraufhin relativierte Drzewiecki seinen Optimismus: "Die nicht vorhandene Stabilität ist nicht gerade ein Vorteil. Wir sind bereit, einen Plan B aufzulegen, in dem Polen ein bisschen mehr tut".  Statt der vorgesehen vier sei Polen in der Lage, sechs EM-taugliche Stadien pünktlich herzurichten.

Vergangenen Dienstag schaltete sich auch  Premier Tusk ein. Vor der Presse erklärte er: 
“Die Vorbereitungen für die Fußball-Europameisterschaften 2012 laufen besser als geplant. Mit über 50 Prozent der Projekte liegen wir in der Zeit oder sind dem Plan voraus. Nur bei 28 Prozent haben wir Verspätungen zu verbuchen", so Tusk.

An diesem Wochenende wird Ukraines Vize-Präsident Ivan Wasyniuk mitsamt den für die EM 2012 Zuständigen in Warschau erwartet. Nach jüngsten Berechnungen kostet der Mega-Event Polen und die Ukraine noch weitere rund  12 Milliarden Euro, davon entfallen auf Polen  etwa acht Milliarden. Bleibt die Frage, ob die Ukraine die anteiligen Restmilliarden wuppen kann.

In deutschen Medien kursiert seit Längerem die Spekulation, dass Berlin und Leipzig die Ukraine als  Co-Partner von Polen  ersetzen. Für den inzwischen abservierten, aber im Netzwerk noch einflussreichen ehemaligen Verbandsoberen Michal Listkiewicz, ist das unvorstellbar. Er sieht die Ukraine noch voll im Plan. Das Pleitegeheul sei von  westlichen Medien angestimmt, darauf müsse man nichts geben, entscheidend sei, was Platini sagt.
Drzewiecki setzt wohl eher auf seinen Plan B.

Ab dem  2. März  wird sich zeigen, ob irgendein Scheich Interesse an der EM 2012 zeigt.

ds/28.02.2009

 
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