Home arrow Tourismus arrow Krakau meldet weltweites Patent an für Turmbläser
Krakau meldet weltweites Patent an für Turmbläser Drucken E-Mail

Krakau zählt mit über 3.500 historischen Bauwerken zu den schönsten mittelalterlichen Städten Europas, der Stadtkern ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Die  Tuchhallen im Renaissance-Stil und die gotische Marienkirche sind die herausragenden Wahrzeichen der Stadt. Immer zwei Minuten nach der Mittagsstunde erklingt aus dem Nordturm der Kirche  ein Trompetenstück über den Marktplatz – und hört exakt nach 38 Sekunden auf.
Seit dem 14. Jahrhundert wird diese Tradition gepflegt. Seit 1927 wird das „Hejnal“ genannte  Trompetenstück mittäglich live  von Radio Krakau übertragen, Tag für Tag. Es ist das älteste  ständig wiederholte Trompetenstück der Welt. Doch erst jetzt ist den Stadtverantwortlichen in den Sinn gekommen, weltweites Urheberrecht für Krakau patentieren zu lassen. Noch ist es nicht soweit – deshalb hier das Stück zum Anhören:  anhören

Um die Marienkirche ranken sich zwei Legenden mit tragischem Ausgang. Die Kirche hat einen Nord-. und Südturm. Zwei Brüder sollen sie in Konkurrenz gebaut haben. Während der ältere Bruder den Nordturm bereits fertiggestellt hatte (81 m hoch), war der jüngere Bruder noch mit dem Südturm beschäftigt. Aus Angst, sein Bruder könne seinen Turm höher bauen, erstach er ihn. Deshalb sei der Südturm nur 61 Meter hoch geworden. Die Dolchstoß-Legende wird verbrieft durch das „corpus delicti“, das heute  in den Tuchhallen aubewahrt ist.

Die zweite Legende erklärt den tragischen Umstand, der das Trompetenstück nach 38 Sekunden abrupt verstummen ließ: Alle Stunde stieg ein Wächter den Nordturm hinauf in die 51 Meter hoch gelegene Bläserstube, um rundum zu überblicken, was sich auf die Stadt zubewegte. Verschiedene Trompetensignale posaunten je nachdem Gutes oder Schlechtes. 1241 wüten Mongolen (Tartaren) durch Osteuropa, besiegen deutsche, ungarische und polnische Heere. Krakau ist in Alarmstimmung. Doch an dem Tag, als der Wächter oben abgekommen war, waren unten bereits  die ersten Mongolen  in der Stadt. Pflichtbewußt blies er  Alarm - bis ein Mongolenpfeil seine Kehle durchbohrte. Vom zuletzt gehörten Ton des Trompetenstücks „Hejnal“ ließ sich auf 38 Sekunden zurückzählen.

Und derartig Schreckliches passierte an einem so wunderschönen Platz:

        

Polskie Radio/Ton:wikipedia/Fotos:wikimedia/ds/26.07.2009

 
< Zurück   Weiter >
(C) 2021 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.