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Schulprojekt könnte polnische Abfallwirtschaft revolutionieren Drucken E-Mail

Polen ist seit Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union, aber in der Abfallwirtschaft gehen die Uhren noch nach der alten Zeit. Zum Recycling von Kunststoff-Verpackungen aus Haushalten tragen die Bürger nur sehr wenig bei. Denn Behälter zur getrennten Sammlung, wie sie in Deutschland  zum Stadtbild gehören, sind dort weitgehend unbekannt.
Das könnte sich nun ändern. In Katowice/Kattowitz, haben Kinder aus fünf Grundschulen um die Wette PET-Flaschen gesammelt und versucht, RECYCLING-CHAMPION zu werden. Die Leitung des Projekts hatte der Oberschlesische Metropolverband, Sponsor war der weltweit führende britische Sauberputzmittel-Konzern Reckitt Benckiser.
 

Das Ergebnis war phänomenal und hat nun dazu geführt, dass eine Ausweitung auf den gesamten Metropolverband mit 14 kreisfreien Städten überlegt wird.

Das Projekt startete im November 2009. Fünf Wochen lang, bis kurz vor Weihnachten, haben 1.508 Schüler zwischen 7 und 13 Jahren insgesamt 3.435 kg PET-Getränkeflaschen gesammelt. Das sind rund 120.000 1½-Liter-Flaschen, im Schnitt zwei  Flaschen pro Kind und Tag. In der Siegerschule brachte jedes Kind sogar vier Flaschen pro Tag zum Sammelcontainer bei der Schule.

Unterstützt wurde die Sammelbegeisterung durch begleitende Informationen. Diese kamen – sowie das gesamte Konzept des Projektes – von der österreichischen Kunststoffrecycling-Expertin Andrea ECKER. Die Lehrer der beteiligten Schulen erhielten einen Demo-Koffer mit PET-Rezyklat, PET-Flakes und vielen Produkten, die aus rezyklierten PET-Flaschen hergestellt worden waren. Eine kindgerechte PowerPoint-Präsentation erleichterte die Weitergabe des neuen Wissens an die Schüler. Mit einer CD konnte den Schülern der Verwertungprozess in der nahegelegenen Recyclinganlage der POLOWAT in Bielsko-Biała gezeigt werden.

Das Pilotprojekt spart Rohstoffe, Energie, CO2-Emissionen und Deponievolumen. Es könnte für Polen ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltiger Umweltpolitik sein und ist durch die Einbindung der Jugend erzieherisch wertvoll, denn, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Dipl.Ing. Andrea ECKER/ds/09.02.2010

 
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