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Der DDR-Bürgerrechtler und Publizist Wolfgang Templin ist der neue Büroleiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Warschau. Die Stiftung steht in ihrer politischen Ausrichtung dem Bündnis90/Die Grünen nahe. Templin soll Ökologie-, Gender- und Demokratieprojekte in Polen und dessen mittelosteuropäischen Nachbarländern betreuen. In den letzten Jahren war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR tätig.
Zum Auftakt seiner Tätigkeit in Warschau erklärt Wolfgang Templin: "Es ist eine ungewöhnlich gute Zeit, um in Polen anzukommen. Das Land erlebt in diesen Wochen einen gesellschaftlichen und politischen Umbruch. Mit dem Wahlausgang zeigt sich immer offensichtlicher ein politisch konsolidiertes, liberales und europäisches Polen. Die polnischen Bürger haben trotz der Erschütterung und der Trauer über die Katastrophe von Smolensk eine rationale Wahl getroffen und zugleich die Chancen für die Erneuerung moderner linker Kräfte befördert. Grüne und linke Themen, ökologische Forderungen, Initiativen für die Gleichstellung der Geschlechter und die Anerkennung differenter sexueller Orientierung sind nicht mehr exotisch, sondern werden ernsthaft wahrgenommen und diskutiert. Europride in Warschau als normales Ereignis, Teil städtischen Lebens, wäre vor Jahren undenkbar gewesen." Zur Person: Der Philosoph und Publizist Wolfgang Templin (62) war Mitbegründer der DDR- Menschenrechtsgruppe "Initiative Frieden und Menschenrechte", die Protestaktionen gegen Menschenrechtsverletzungen in der DDR durchführte. Jahrelang wurde er von der Staatssicherheit überwacht, schließlich 1988 inhaftiert und zur Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland gezwungen. Im Zuge der friedlichen Revolution des Herbstes 1989 kehrte er in die DDR zurück und nahm für die "Initiative für Menschenrechte" am Runden Tisch teil. 1991 gehörte er zu den Gründern der Partei Bündnis 90, verließ die Partei jedoch 1993 nach deren Vereinigung mit den Grünen wieder. 2008 erhielt er den Verdienstorden der Republik Polen und 2009 den Dialog-Preis der Deutsch-Polnischen-Gesellschaft. Heinrich-Böll-Stiftung/Foto:wikimedia/ds/21.07.2010
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