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Deutschland ist Gastland der Warschauer Buchmesse Drucken E-Mail

Vom 18. bis 21. Mai ist Deutschland Gastland der 8. Warschauer Buchmesse, die auf dem Gelände des Nationalstadiums stattfinden wird. Finanziell unterstützt vom Auswärtigen Amt präsentieren sich auf dem 220 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand 66 deutsche Verlage, darunter Aufbau, Rowohlt, Suhrkamp, Kookbooks, Gabal und Loewe  sowie die polnische Buchhandlung Co-Liber, die  den Buchverkauf übernimmt. Die Präsentation steht unter dem Motto „Siła słow“ „Worte bewegen“.

Zu Gast am Gemeinschaftsstand wird Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller sein, die in Rumänien geboren 1987 nach Deutschland übersiedelte und in ihrem Roman „Atemschaukel“ über die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin schreibt. Neben Günter Grass (in Danzig/Gdansk geboren) ist Herta Müller die bekannteste deutsche Autorin in Polen. Sie wird mit Adam Krzeminski in  einem Podiumsgespräch über deutsch-polnische Befindlichkeiten diskutieren.

Das deutsche Motto „Worte bewegen“ ist als Botschaft gesetzt, sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse: Europa muss als Sehnsuchtsort gegen besorgniserregende rechtspopulistische Tendenzen in vielen Ländern verteidigt werden, vor allem in Fragen  nach gemeinsamen Werten und kulturellen Identitäten.

Damit hat die regierende PiS-Partei ein Problem, und so ist noch nicht bestätigt, ob Polens Staatspräsident Duda zur Eröffnung der Buchmesse kommt.

In Polen hat deutsche Literatur traditionell hohen Stellenwert. Weit über zwei Million Polen lernen Deutsch - nach Englisch die zweitmeiste Fremdsprache; agegen  erbärmlich ist die Prozentzahl der Deutschen mit unter einem Prozent.

Es gibt aber auch signifikante Unterschiede. Laut einer Studie der polnischen Nationalbibliothek haben 2016 nur 37 Prozent der Polen ein Buch gelesen. In 22 Prozent der Haushalte befindet sich überhaupt kein Buch. Makowski, Chef der Nationalbilothek, spricht von einer nationalen „Lesekrise“ und widerspricht Statistiken, wonach  Buchkäufe im Internet zunehmen.

Einst seien die Polen Leseratten gewesen, aber im Internet tut sich fast nichts, beklagt Makowski.

Auf der diesjährigen Warschauer Buchmesse werden wenigstens 10.000 Besuscher erwartet.

Die 68.Buchmesse in Frankfurt meldete 278.000 Besucher mit allerdings über 7.000 Ausstellern aus rund 100 Ländern.

bücher.de/FAZ/ds/15.05.2017

 
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