Home arrow Tourismus arrow Polen erobern Dresden
Polen erobern Dresden Drucken E-Mail
  Mit 33.625 Übernachtungen im ersten Halbjahr hat sich die Zahl der polnischen Besucher in Dresden gegenüber dem Halbjahr 2017 sprunghaft um 45 Prozent erhöht. Americans First ist bald nicht mehr, sie brachten es auf zwar auf 38.251 Übernachtungen. Doch rechnet man das Elbland von Pirna bis Riese mit ein, gilt bereits Polish First. Hier beträgt der Zuwachs an Übernachtungen sogar 47 Prozent im Halbjahresvergleich. Woran das liegt, kann der Chef der Dresden Marketing Gesellschaft (DMG), Karl Schulz, nur vermuten. „Es geht Polen wirtschaftlich gut, es ist mehr Geld in den Haushalten, und es ist ein Bewusstsein für Dresden vorhanden.“ Das liege beispielsweise an der teilweise gemeinsamen Geschichte unter August dem Starken. Und die war durchaus bizarr.

Friedrich August I. von Sachsen, geboren 1670 in Dresden, war 24-jährig unerwartet zum Kurfürst von Sachsen ernannt worden und inthronisierte sich drei Jahre später gegen Gebot käuflich zum König der Personalunion  Polen-Litauen, der die königliche Erbfolge ausgegangen war. Friedrich August fügte seinem I-Titel eine weitere I hinzu als König August II von Polen.

Als sächsischer Protestant konvertierte er zum Katholizismus, ließ aber seine Untertanen glauben wie gehabt, damit hatte der barocke Kurfürst und König kein Problem. Frankreichs Sonnenkönig Louis XIV nahm er sich zum Vorbild - und  legte eine Schippe drauf für Festivitäten und privater Wollust.

Von seinen zwölf Mätressen akzeptierte er neun Kinder, 343 aus weiteren Zuneigungen nicht. Schwer ins Gewicht fielen seine Festivitäten. Die nahm er zum Anlaß, Körpergewicht und Staatsvermögen zu vergleichen. August saß auf der einen Waagschale, die Staatsverschuldung auf der anderen Schale hob ihn hoch.

Einen Spaß machte er sich zudem als Kraftprotz. Eiserne Pferdehufe konnte er zum Kreis biegen, bestätigten Zeitzeugen  „August dem Starkem“. Militärisch indes gelang ihm kein großer Auftritt.

Zweimal, 1704 und 1706, waren es die Polen leid mit ihm – und enthronten ihn. 1709 wurde er mangels Alternative wieder König von Polen. 1733 starb er in Warschau.

Dresden ist deshalb wohl vielen Polen ein Ort deutsch-polnischer Geschichte.

Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten/ds/27.08.2018
 
< Zurück   Weiter >
(C) 2019 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.