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Hamburger Kunsthalle würdigt polnische Künstlerin Natali LL Drucken E-Mail
  Die polnische Künstlerin Natalia LL – Natalia Lach-Lachowicz – (*1937) hat den diesjährigen Rosa-Schapire-Kunstpreis bekommen. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Gegenwartskünstler_innen in Deutschland. Natalia LL ist eine der bekanntesten Konzeptkünstlerinnen Polens und zählt zu den ersten feministischen Künstlerinnen Europas. Die Freunde der Hamburger Kunsthalle (18.000 Mitglieder) vergeben den wichtigen Preis für Gegenwartskunst, der erstmalig im Jahr 2016 ausgelobt wurde.

Bestimmt wurde die Preisträgerin von der polnischen Kunstkritikerin und langjährigen Museumsdirektorin Dr. Agnieszka Morawińska (*1944). Morawińska legte jüngst – im Mai 2018 – ihr Amt als Direktorin des Warschauer Nationalmuseums nieder, das sie seit 2010 leitete. Der Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, hatte Morawińska zur diesjährigen Jurorin für den Rosa-Schapire-Kunstpreis benannt

Der Preis wird in Erinnerung an Rosa Schapire (1874–1954) vergeben, die bereits zu ihrer Zeit als große Vorkämpferin für die zeitgenössische Moderne galt. Mit Begeisterung und voller Tatendrang setzte sich die außergewöhnliche Kunsthistorikerin dafür ein, tradierte Kunstauffassungen aufzulösen. Mit einem zu ihrer Zeit viel Mut verlangenden, rückhaltlosen Engagement, war sie Freundin, Förderin und Fürsprecherin des Expressionismus.

Natalia LL ist Zeichnerin, Fotografin, Performance- und Videokünstlerin und bekannt als eine Pionierin feministischer und konsumkritischer Kunst in Polen. Nach dem Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Breslau gründete sie 1970 die Galerie Permafo (Abkürzung für permanente Formalisierung) und wurde zu einer der zentralen Figuren der Breslauer Konzeptkunst. Natalia LLs künstlerisches Schaffen wird in ihrem Heimatland kontrovers wahrgenommen und wurde auch zensiert, ist inzwischen aber in seiner historischen und aktuellen Bedeutung international anerkannt. Seit 1975 engagiert sie sich in der internationalen feministischen Kunstbewegung. Eine ihrer bekanntesten Arbeiten ist die Foto- und Video-Serie Consumer Art (1972-75). Seit 2004 ist sie als Dozentin an der Hochschule für Bildende Künste in Posen tätig.

Quelle:Hamburger Kunsthalle/ds/13.10.2018
 
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