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Ist eine EU-Armee zielführend? Drucken E-Mail
Nach wie vor intensiv diskutiert wird in den Meinungsspalten die Idee einer europäischen Armee. Emmanuel Macron brachte sie unlängst erneut aufs Tapet und erntete die Zustimmung Angela Merkels. Kommentatoren attestieren dem Vorschlag jedoch einige Ungereimtheiten.
       

wPolityce: Gefährlicher Gedächtnisverlust
Die EU geht mit einer europäischen Armee einen Schritt auf Russland zu, schimpft Polens nationalistisches Onlineportal:

„Deutschland, Frankreich und andere westliche Länder wollten für die Aufrechterhaltung der Nato nicht so viel zahlen, wie sie sollten, und gleichzeitig schwebt ihnen vor, etwas Neues zu schaffen, das noch dazu vom Kreml unterstützt wird. Die europäischen Möchtegern-Führer haben zu schnell vergessen, dass sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg ohne die Beteiligung amerikanischer Streitkräfte und ohne amerikanische Wirtschaftshilfe für Europa in einer totalen Katastrophe geendet wären.“

The Irish Times: Wer Frieden will, wirbt nicht für Militär
Beim Thema Friedenssicherung klaffen Worte und Taten der europäischen Politik weit auseinander, klagt die linksliberale irische Tageszeitung:

„Die Summen, um die es in Europas Rüstungsindustrie geht, sind atemberaubend und lassen Macrons Lieblingsprojekt, das unmittelbar nach den Feierlichkeiten zum Weltkriegsende vor 100 Jahren ins Leben gerufene Pariser Friedensforum, in einem merkwürdigen Licht erscheinen. Dieses Forum findet statt, nachdem die EU zugesagt hat, die Entwicklung vollautonomer Waffen zu finanzieren, die von künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Dazu zählen Drohnen und so genannte Killer-Roboter. Die EU ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Ein Friedensforum abzuhalten und gleichzeitig begeistert für eine EU-Armee zu werben, wirkt ebenso heuchlerisch.“

Dserkalo Tyschnja: Neue Chancen für die Nicht-Nato-Staaten
Das ukrainische Wochenmagazin  lotet aus, was die Gründung einer europäischen Armee für die Ukraine bedeuten würde:

„Was das Format betrifft, gleicht die europäische Armee, so wie es momentan aussieht, eher einem von den europäischen Strukturen losgerissenen Gebilde, das auf eine verstärkte militärische Zusammenarbeit zwischen einzelnen Staaten Europas abzielt. Natürlich eröffnet das den europäischen Staaten, die weder zur Nato noch zur EU gehören, gewisse Möglichkeiten. Das gilt insbesondere für die Ukraine, die eine reale Chance erhalten könnte, Teil der bewaffneten Kräfte Europas zu werden, zusätzliche Verbündete zu gewinnen und neue Perspektiven zu erhalten. Jedoch ist alles nicht so einfach, wie es scheint.“


Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/19.11.2018
 
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