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Deutschland schafft fünf Millionen Arbeitsplätze in anderen EU-Staaten Drucken E-Mail
Deutschland ist Polens wichtigster Handelspartner, und das ist nicht gut, wiederholt Polens heimlicher Regierungschef Jaroslaw  Kaczynski gebetsmühlenhaft mit dem Vorwurf, die deutsche Industrie beute sein Land als verlängerte Werkbank aus. Dass sie die Basis des wirtschaftlichen Aufschwungs mit Investitionen im dreistelligen Milliardenbereich zementiert hat und größter Zahler von EU-Fördermitteln ist, von denen Polen das Meiste zugute kommt: Schwamm drüber. Deutschland schwächt Polen auch gezielt durch den Abzug von Arbeitskräften, beklagt  Kaczynski, obwohl das staatliche Statistikamt den Nachweis nicht liefert. 
 
  Bessere Erkenntnis kann er jetzt, wenn er denn will, einer „vbw-Studie“ der  Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft entnehmen. Sie kommt zum Ergebnis, daß die starke deutsche Wirtschaft ein wichtiger Jobmotor für ganz Europa ist und insgesamt fünf Millionen Arbeitsplätze schafft.

Allein die Nachfrage der deutschen Industrie nach Vorleistungs- und Investitionsgütern sorgt für 3,3 Millionen Jobs in den anderen Mitgliedsländern. Diese Zahlen verdeutlichen, wie absurd die Kritik am deutschen Leistungsbilanzüberschuss ist.

Kernaussagen der Studie sind:
Eine Schwächung der deutschen Industrie wäre ökonomisch unsinnig – gerade auch aus Sicht der anderen EU-Staaten. Für fast alle EU-Länder ist Deutschland der wichtigste oder zweitwichtigste Exportmarkt“, analysiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Am stärksten von Deutschlands Nachfrage profitiert derzeit relativ betrachtet Tschechien: 9,5 Prozent aller Beschäftigten und 494.000 Arbeitsplätze hängen dort von der deutschen Importnachfrage ab. In absoluten Zahlen gemessen, gewinnt Polen mit 930.000 Arbeitsplätzen am meisten durch die deutsche Nachfrage, das sind 5,8 Prozent der Beschäftigten. „In Tschechien, der Slowakei, den Niederlanden oder Österreich bedingt die deutsche Importgüternachfrage zwischen knapp sieben und über acht Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung“, ordnet Brossardt ein.

Die Studie, die die Prognos AG regelmäßig für die vbw erstellt, zeigt in Szenarien auch, welche Folgen eine Schwächung Deutschlands für seine europäischen Nachbarn hätte.

Eines geht etwa von einer Stagnation der deutschen Wirtschaft von 2019 bis 2021 aus. Die größten relativen Verluste müssten dann die Slowakei und Tschechien hinnehmen, wo das Brutto-Inlandsprodukt (BIP) 2021 um jeweils 0,6 Prozent niedriger ausfallen würde als unter der Basis-Prognose, in Ungarn wären es -0,5 Prozent, in Polen und Österreich jeweils -0,4 Prozent. In Deutschland läge das BIP im Jahr 2021 um sechs Prozent niedriger.

„Unsere Studie zeigt, dass eine wirtschaftliche Stagnation Deutschlands ebenso wie eine Verschlechterung seiner Wettbewerbsfähigkeit nicht nur unserer Wirtschaft, sondern auch den anderen europäischen Volkswirtschaften schaden würde. Es wäre fatal, sich von unserem Erfolgsmodell der Internationalisierung abzuwenden“, sagt Brossardt.

Quelle:vbw/ds/08.04.2129 
 
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