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Unsere Liebe Frau, Königin von Polen (3. Mai) Drucken E-Mail
Der Mai ist seit Jahrhunderten als "Marienmonat" bekannt. Doch Marienfeste, die die ganze Kirche begeht, gibt es im Mai nur sehr wenige. Viele Gedenktage sind nur auf regionaler oder nationaler Ebene bekannt. Meistens gehen sie auf Marienerscheinungen oder historische Ereignisse zurück. In Polen trifft beides zu: Ein ikonografisch gemaltes Gnadenbild der Jungfrau Maria ist die heiligste Reliquie des Landes und wird als nationales Symbol verehrt.


Geschichte und Legende: 1617 hatte der neapolitanische Jesuit Julio Mancinelli eine Offenbarung: Darin soll ihm die Muttergottes gesagt haben, dass sie die Königin von Polen sein wolle. Doch im Jahr darauf stürzte Europa in seine bis dahin verheerendste humanitäre Krise - dem Dreißigjährigen Krieg zwischen Katholiken und Protestanten, der 1648 mit dem Westfälischen Frieden in Münster (Verhandlungsort der Katholiken) und Osnabrück (Protestanten) für beendet erklärt wurde. Doch es dauerte noch Jahre, bis sich auch die letzten plündernden Söldnerheere auflösten.

1655 marschierte der protestantische Schwedenkönig in Polen ein. Im Winter erreichte er mit seinem 3000 Mann starken Heer Częstochowa (Tschenstochau). In dem schwer befestigten Paulinerkloster Jasna Gora aus dem 14. Jahrhundert befand sich das bereits berühmte Gnadenbild der Schwarzen Madonna. 260 Verteidiger widerstanden der 40-tägigen Belagerung, bis der Schwedenkönig sein übermächtiges Heer abzog. Die erfolgreiche Verteidigung wird seitdem dem Bildnis der Schwarzen Madonna zugeschrieben.

Am 1. April 1656 erklärte der polnische König Johann II. Kasimir die Schwarze Madonna  als Muttergottes smbolisch  zur "Königin der polnischen Krone" und das Heiligtum in Tschenstochau zur ihrer geistigen Hauptstadt. 1923 bestimmte Papst Pius XI. den 3. Mai zum Festtag "Unsere Liebe Frau, Königin von Polen". Dieser fällt mit dem Gedenktag der polnischen Verfassung von 1791 zusammen. Das Marienfest wird in Polen und Litauen gefeiert – und überall dort, wo sich Polen niedergelassen haben.

Jährlicher Höhepunkt in Jasna Gora ist ein  Mysterienspiel, in  dem der „Leidensweg Christi“ bis zu seiner Kreuzigung nachgelebt wird.

Jährlich über  drei Millionen Pilger machen sich aus allen Teilen Polens  auf nach Częstochowa, um dem Bildnis der Schwarzen Madonna im Paulinerkloster zu huldigen.

Quelle:Mit Material von KNA/ / ds/03.05.2019
 
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