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PiS-Regierung will Polen von russischen Kriegsdenkmälern befreien Drucken E-Mail
  “Vorsicht, der Russe steht vor der Tür”, ist eine kalauernde Metapher, die auf deutschen Kaberattisten-Bühnen ein sicherer Lacher ist.  Es war Kalter Krieg, in Bonn wurde regiert, weil in Berlin der Russe in Wachhaltung stand für die Hauptstadt der DDR. Wann immer Bundeskanzler Adenauer mit der Bahn nach Berlin unterwegs war, höchst selten, ließ er mit Grenzübergang bis nach West-Berlin  die Fensterrollos runter. Mit den Russen hatte er nichts am Hut, außer Moskau sendete Signale für Gespräche. 80jährig flog er nach Moskau, es ging um die Aufahme diplomatischer Beziehungen und um die Rückkehr von noch 55.000 deutschen Kriegsgefangenen. Adenauers Hausarzt soll ihm reichlich Speiseöl zum Schlucken verordnet haben, das neutralisiere die Wodka-Promille. Mit einer Aufforderung hatte er kein Problem: Russische Kriegsgräber und Denkmäler in der Bundesrepublik würden selbstverständlich gepflegt werden.

Im heutigen Deutschland stehen 1092 russische Denkmäler, darunter in Sichtweite zum Brandenburger Tor in Berlin die Ehrenmal-Anlage mit zwei WK II-originalen T34-Panzern (Foto).

Die Anlage ist eine Attraktion in Berliner Stadtführern. In Polen indes wird entrümpelt, was jeglichen russischen Bezug hat.

2017 paukte die alleinregierende PiS-Partei ein Gesetz durch, das “kommunistische Propaganda” verbietet. Zwischen 450 bis 500 russische Denkmäler sollen plattgemacht werden, 230 sind es bereits.

Russland  reagierte empört: Um Polen von Nazi-Willkürherrschaft zu befreien seien ab 1944 bis Kriegende 477.000  russische Soldaten gefallen und 1.5 Millionen verwundet worden.

Polen, richtiger gesagt: die PiS-Regierung, betreibe “nicht hinnehmbaren Geschichtsrevisionismus”, erklärte Russlands Außenminister Sergej Lawrow.

Zuspruch äußerte der Pole  Kornel Morawiecki: “Sein Land  hätte sich aus eigener Kraft nie von Nazis befreien können”.

Er ist der Vater des polnischen Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.

Quellen: Gazeta Wyborcza/Sputnik.com/bpb/ds/27.06.2018 
 
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