Home arrow Wirtschaft arrow Trotz boomender Wirtschaft Bereitschaft zur Migration
Trotz boomender Wirtschaft Bereitschaft zur Migration Drucken E-Mail
Die Ungewißheit über den Ausgang der Brexit-Verhandlungen hat Schätzungen zufolge bereits rund 100.000 polnische Migranten veranlaßt, Großbritannien zu verlassen. Doch eine Rückkehrwelle hat den den polnischen Arbeitsmarkt nicht erfaßt. Ein Aufruf der polnischen Botschaft im Frühjahr an die noch etwa eine Million Landsleute malte zwar ein Bild boomender Wirtschaftlage mit kräftigem Lohnanstieg und umfangreichen  neuen Sozialleistungen, doch überzeugen konnte er nicht. Auch Premier Morawieki konnte mit seinem Rückkehr-Appell nicht beeindrucken. So hat man sich nun darauf eingestellt, dass zwischen zehn-bis zwanzigtausend Landsleute zurückkommen, darunter womöglich ein hoher Anteil im bevorstehenden Rentenalter.


Eine aktuelle Umfrage im Land zeigt, dass 8,6 Prozent der Polen noch in akuter Migrationsstimmung sind – immerhin etwa 1,6 Millionen Menschen. Sie planen dorthin auszuwandern, wo wenigstens 4,000 Zloty monatlich zu verdienen sind, knapp 950 Euro
.
In der Regel wird  das drei-bis vierfache gezahlt. Der Umfrage zufolge wird das Nachbarland Deutschland favorisiert.

Dabei ist Polen das am stärksten boomende EU-Land als Arbeitsmarkt. Über 600.000 Ukrainern hat Polen 2018 eine dreimonatige Arbeitsvisa erteilt sowie zusammen rund 100.000 Arbeitsmigranten aus anderen Ländern in Osteuropa und Asien. Nach Ablauf der ersten Visafrist wird verlängert.

Die über 600.000 Arbeitsmnigranten weiß Polens PiS-Regierung im Streit mit Brüssel beständig einzusetzen, indem die Arbeitsmigranten zu Flüchtlingen erlärt werden. Damit sei die verpflichtende Quotenzahl von 17.000 tatsächlichen Flüchtlingen bis zum Gehtnichtmehr überzogen.

Mit der Quotenzahl sollte Polen dazu beitragen, die Flüchtlings-Auflanglager der EU-Außenländer Griechenland und Italien zu entlasten.

Nach langem Verhandlungs-Hickhack sagte Polen die Aufnahme von 7.000 Flüchtlingen zu. Kurz darauf allerdings stand die kirchentreue PiS-Partei am  Regierungsruder - und lehnte jegliche Aufnahme von Flücktlingen kategorisch ab.

Ihr Parteichef Kaczyński  sprach von insektiziden Krankheiterregern und islamischem Gedankengut, das den Flüchtlingen zueigen und deshalb unzumutbar für Polen sei
.
Seit Donnerstag liegt ein EuGH-Gutachten der Generalanwältin Sharpston vor. Danach mißachtet Polen grundsätzliche EU-Werte, verstößt gegen Menschenrechte und zeigt keinerlei „Solidarität“ in der Staatengemeinschaft.

Erfahrungegemäß werden  EuGH-Gutachten von der EU-Kommission übernommen und Nichtbefolgung mit empfindlicher Sanktion belegt.

Noch zelebriert sich Polen als EU-Nation, das die meisten Flüchtlinge aufnimmt.

Ein Blick in die EU-Statistik indes zeigt, dass Polens „Flüchtlinge“ schlichtweg Arbeitsmigranten sind. Hier zur Statistik.

Quelle: es.europa.eu/ds/01.11.2019
 
< Zurück   Weiter >
(C) 2020 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.