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Coronavirus legt Polens Möbelindustrie lahm Drucken E-Mail
  Der Coronovirus wird Polens Wirtschaft nicht erschüttern, das Bankensystem ist stabil und gut mit Kapital ausgestattet, mithin sei Polen „perfekt vorbereitet, um mit der Krise fertig zu werden". Das war die letzte Botschaft von Adam Glapiński (Foto), dem Chef der Polnischen Nationalbank. 2016 von Präsident Andrzej Duda in den Chefsessel befördert worden  sei er wegen seiner außergewöhnlichen Gabe der Schönrednerei. Doch diesmal steht Glapiński in Fachkreisen isoliert mit seiner Ankündigung. Querbeet  prognostizieren global tätige Beratungsunternehmen auch Polen einen wirtschaftlichen Abschwung. Den hat bereits die Möbelindustrie als Polens exportstärkste Branche erfaßt, wie eine aktuelle Studie der  Handelskammer in Posen belegt.

Danach erwarten die  Möbelhersteller für dieses Jahr einen Umsatzrückgang von rund 35 Prozent, das käme einem Einnahmeverlust von 3.73  Milliarden Euro gleich. Zunächst seien von Leiharbeitnehmern besetzte Stellen abgebaut worden, inzwischen aber  rund 40.000 Festangestellten gekündigt worden.

Das Drama findet vor allem in den ohnehin ärmeren ostpolnischen Woiwodschaften  statt. Als unterentwicklelte europäische  Regionen  wurden sie mit Mitteln aus dem EU-Kohösionsfond  gefördert. Wer Möbel bauen konnte, dem finanzierte die EU die maschinelle Ausstattung. Rund 26.000 Kleinstbetriebe profitieren davon und machten Polen zum drittgrößten Möbelexporteur in Europa nach Deutschland und Italien.

Die bevorzugte Finanzierung polnischer Betriebe wird seit Jahren vom deutschen Möbelverband  in Brüssel  kritisiert.

Aktuell geht es um die Eindämmung des Virus. Und da hat Polens Regierung der nationalen Möbelindustrie zusätzlich geschadet mit verschärfter Einreiseblockade und Kappung der Lieferketten.

Quellen:PAP/ Warsaw Voice/Foto:wikimedia.org/ds/12.04.2020
 
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