Home arrow Panorama arrow Tour de pandémie: Die neuen Klassiker in Frankreich und Polen?
Tour de pandémie: Die neuen Klassiker in Frankreich und Polen? Drucken E-Mail
  2020 war mal als gewaltigstes Sportjahr aller Zeiten angesagt mit der Olympiade in Japan, der  Fußball-Europameisterschaft, dem Tennistournier in Wimbledon und der Tour de France mit Volksfesten ohne Ende. Mittlerweile hat die Corona-Pandemie den Veranstaltungskalender  fast leergefegt. Selbst das weltgrößte Sauf-und Humptata-Fest auf den Münchner Wiesn, vergangens Jahr mit 6.3 Millionen Besuchern und 1.2 Milliarden Euro Umsatz, wurde abgesagt. Doch ein Sportevent schert aus, läßt sich nicht einfach  absagen, sondern verschiebt den offziellen Terminplan - der Tour de France.

Staatspräsident Macron  will am 11. Mai bekannt geben, ob die vierwöchige Tour am 27. Juni  in Nizza beginnt oder der  Start auf den 9. August verschoben  - oder .für dieses Jahr  abgesagt wird. Tour-Veranstalter ASO, ein Familienunternehmen, will sie auf Gedeih und Verderb die Tour durchzuiehen, andernfalls würden ihm Umsatzeinbußen  von bis zu 200 Millionen Euro entstehen – und sich Frankreich auf  Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe einstellen müssen.

Die Warnung steht für  alle  von der ASO organisierten  Veranstaltungen, also auch für die Tour de Pologne. ASO hat TV-Verträge in rund 190 Ländern. Allein die Tour de France ist nach Olympia und der Fußball-WM die größte Veranstaltung weltweit.  Und wie die Tour de France werden alle nationale Events von Heerscharen an Sponsoren getragen. ASO verdient immer mit, das Familienunternehmen ist die reinste Gelddruckmaschine.

Doch erstmals droht ein Virus die Gigantonomie empfindlich auszubremsen. In Italien, Holland, der Schweiz und Deutschland konnte sich die ASO nicht durchsetzen, alle Radveranstaltungen wurden gestrichen, zuviel Publikum sei als Virusübertrager gefährdet.

Polens Regierung hat solche Befürchtungen noch nicht. Die Tour de Pologne wird wie geplant vom 5. bis 11. Juli stattfinden, man sei mit drastischen Maßnahmen früher als in anderen Ländern einer pandemischen Ausbreitung  entgegengetreten.

Und so seien  Überlegungen, die  Tour de Pologne  zeitlich zu verlegen, kein Thema.

Teilnehmen müßten allerdings auch Teams aus dem Ausland. Bislang ist von Absagen nichts zu hören. Nur, dass etliche Profis erhebliche Sorgen umtreibt.

Im Peleton mit Mundschutz und Körperrangelei um Zehntelsekunden ins Ziel  zukommen, wäre auf jeden Fall eine neue Tour-Disziplin.


Quellen:Warzaw Voice/ tourdepologne.pl/radsport.news/ds/26.04.2020

 
< Zurück   Weiter >
(C) 2020 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.