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Deutsch-polnische Beziehungen waren schon besser Drucken E-Mail
Erstmals seit Erscheinen des Deutsch-Polnischen Barometers im Jahr 2000 zeigen mehr Deutsche Sympathie für die Polen (55%) als umgekehrt Polen Sympathie für die Deutschen (42%). Das überrascht nicht, sondern zeigt, wie schnell Poltik Meinungsbilder kolorieren kann. Seit 2015 malt die PiS-Regierung am Geschichtsbild vom ewig heldenhaften Polen, das sich mit Opfermut brutaler deutscher Übermacht entgegenstellte, zuletzt im Zweiten Weltkrieg sechs Millionen Tote zu beklagen hatte und einen Raubzug unzähliger Kulturgüter erfuhr.Seit 2004 sind Polen und Deutschland  Partnernationen in der EU. Enge nachbarrliche Beziehungen wurden gefördert, gegenseitige Klisches und Meinungen thematisiert. Doch seit 2015 kommen aus Polen andere Signale.


Mit Regierungsübernahme propagiert die populistisch-konservative PiS-Partei ihr Zukunftsbild für Polen. Parteichef Jarosław Kaczyński, selber ohne Regierungsamt, führt als faktischer Regierungschef die Feder.

An Deutschland interressiert ihn  einzig die Zusage, wann die geforderten Reparationskosten erfolgen? Im Gespräch sind über eine Billion Euro. Das kommt an beim konservativen Wählerpotential – und schlägt sich auch im Deutsch-Polnischen Barometer 2020 nieder.

Der Krieg ist im Zusammenhang mit der Reparationsforderung für 30 % der Polen in der Baromterbefragung das wichtigste Thema.

Die von der PiS-Regierung  rückwärts gewandte Sicht auf die  kriegerischen Auseinandersetzungen manifestiert sich allerdings mehr an der Erwartung fließender Reparationszahlung.

Die deutsch-polnischen Partnerschaft bleibt schwierig, ist der Barometer-Umfrage zufolge aber grundsätzlich zukunftsorientiert. 130 PDF-Seiten mit Diagrammen lassen das erkennen.

Quelle:DPAQ/ DPI/ds/05.06.2020
 
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