Home arrow Wirtschaft arrow Nach Kritik neue Vorlage für AKW-Bau
Nach Kritik neue Vorlage für AKW-Bau Drucken E-Mail
  Seit 1972 scheiterten alle polnischen Regierungen mit ihren Plänen, Strom aus Atomkraftwerken zu beziehen.  Zwei fast baufertige Reaktorblöcke russicher Bauart wurden 1986 nach dem Tschernobyl-GAU aufgegeben. 1990, 2005, 2009, 2010 und 2015  stoppten Anti-AKW-Aktionen die Planungen, seit 2015 mit massiver Teilnahme deutscher Umweltverbände. Die bislang  in Aussicht gestellten AKW-Standorte erstreckten sich  im Radius von 300 Kilometern auch über deutsches Staatsgebiet, und das  bedarf EU-Auflagen zufolge der nachbarschaftlichen Zustimmung. Anfang Juni legte die Regierung einen neuen Plan mit 28 möglichen Standorten vor  und  gab bekannt, Angebote von Frankreich, den USA und Japan einzuholen. Staatspräsident Duda nutzte seinen Besuch in Washington, „Freund Donald Trump“ auf das Projekt aufmerksam zu machen  - währenddessen  zuhause die Kritik an dem AKW-Projekt zunahm.

Die Ausschreibungskriterien ließen sich in der Praxis nicht verwirklichen, die EU.Kommission sei nicht hinreichend  informiert – so wird das nichts mit dem AKW-Projekt, war überwiegende Experten-Meinung.

Offensichtlich hat sie Gehör gefunden, wie jetzt die oft regierungsnahe Tageszeitung Rzeczpospolia berichtet.

Danach ist ein neuer Zeitrahmen gesteckt mit dem Spatenstich im Jahr 2026 und der Inbestriebnahme im Jahr 2033.

Statt der veranschlagten Kosten zwischen  100 bis 135 Milliarden PLN (23-30 Mrd. Euro)  sieht die neue Ausschreibung 77 Mrd. PLN (17.5 Mrd. Euro) vor.

Die Regierung muß als Gesellschafter  mit 51 Prozent Mehrheitsbeteiligter sein.

Über allem schwebt die Frage nach dem Standort. Proteste von Umweltaktivisten und den Ortsbewohnern sind so sicher wie das OK der EU-Komission erforderlich ist.

Quelle/ Rzeczpospolita/ds/14.08.2020
 
< Zurück   Weiter >
(C) 2020 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.