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Arbeitslosenquote seit zwei Monaten unverändert. So what? Drucken E-Mail
  Polens  Arbeitslosenquote  lag im August gegenüber dem Vormonat unverändert bei 6,1 Prozent. Das geht aus den neuesten Angaben des Hauptstatistikamtes (GUS) hervor. Für Ministerin  Marlena Malag (Foto) ist dies „Ein weiterer Beweis dafür, dass durch  das Konjunkturpaket der Regierung, zuammen mit EU-Geldern, rund fünf  Millionen Arbeitsplätze gerettet werden konnten“. Die Arbeitslosenquote hat sich in den vergangenen zwei Monaten lediglich um 0.1 Prozent erhöht. Wie sich daraus eine Rettung von fünf Millionen Arbeitsplätzen ergibt, ließ die Ministerin offen.

Allerdings hatte die PiS-Regierung das Ende Juli geschnürte Rettungspaket überraschend prall gefüllt mit 400 Millionen Zloty, umgrechnet 90 Mio. Euro, und zusätzlich ein humanitäres Hilfsprogramm mit einem Volumen von  56 Mio.Zloty (12.7 Mio.€) angekündigt. Polen befand sich in der Präsidentschaftswahl, und die Wiederwahl von Andrzej Duda stand Spitz auf Knopf.

Als einen Pluspunkt für die PiS-Regierung hatte er im Wahlkampf das Rettungspaket als beispielhafte Vorsagemaßnahme propagiert. Polens Corona-Fallzahlen lagen im europäischen Vergleich auffällig niedrig.

Inzwischen, nach der Wahl, meldet sich die Pandemie mit täglichen Rekordzahlen. Aktueller Stand: 69 820 Menschen sind mit SARS-CoV-2 infiziert, täglich kommen über 600 infizierte Menschen hinzu  - und fast 2.100 Menschen sind mit dem Virus gestorben.

Die Entwicklung ist durchaus besorgniserregend und versetzt  Krankenhäuser in den Notstand. Am gestrigen Donnerstag sind landesweit 14 Todesfälle gemeldet worden, die Tendenz ist steigend. Deutschland zum Vergleich hat die Zahl der täglichen Todesfälle auf zwei Menschen reduzieren können.

Vor der Parlamentswahl lobte sich die PiS-Regierung, zu den fünf sichersten  Ländern in Europa zu zählen.Heute ist es auf Rang 10 unter den 27 EU-Staaten plus Großbritannien  abgeruscht.
In den späten Herbstmonaten wird mit einer zweiten Corona-Welle gerechnet. Glimpflich davonkommen dürften die Länder, die sich darauf vorbereitet haben. Schafft es Polen nicht, dazuzugehören, drohen fatale Konsequenzen.

Ein Lockdown wie im Frühjahr  kann sich die Wirtschaft kaum wieder leisten.
Die Arbeitslosenquote dürfte steigen und das im Wahlkampf von Präsident Duda als ausreichend hochgelobte Konjunkturprojekt ihm auf die Füße fallen.

Doch diese Sorge umtreibt ihn als wiedergewählter Präsident nicht, sondern viel mehr: Der Militäretat muß aufstockt und die ihm von US-Präsident  Trump freundschaftslichte Zuneineigung erwidert werden. Bei “Fort Trump“ in Polen geht es um jährlich etwa zwei Milliraden Euro plus Summen, die Trump – unter Freunden -noch nachträglich einfallen.

Rund 100 Euro im Rettungspaket zur Sicherung von Arbeitsplätzen und anderen Problemen?:

Peanuts.


Quellen: GUS/Foto:wikipedia/ds/05.09.2020
 
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