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US-Botschafterin wegen LGBT-Kritik von Regierung einbestellt Drucken E-Mail
  Vergangenen Sonntag haben knapp 50 in Polen akkreditierte Botschafter*innen in einem gemeinamen offenen Brief die Regierung aufgefordert, Minderheiten vor „verbaler und physischer Misshandlung“ sowie  vor Hass-Botschaften zu schützen. Es müsse ein Klima der „Nicht-Diskrimminierung, Toleranz und gegenseitiger Akzeptanz“ gewährleistet sein. Die Aufforderung folgte einem offenen Brief von über 70 internationalen Schriftstellern, Schauspielern und Regisseuren an die Regierung, homosexuelle Feindlichkeiten zu tolerieren wie die Ausrufung von LBGT-freien Zonen. Das Land habe die Rechte von Schwulen, Lesben und anderen sexuellen Minderheiten zu respektieren, forderten sie. Im Wahlkampf um die Präsidentschaft hatte Andrzej Duda seine Widerwahl mit homophoben Parolen verschärft und vor einer „LBGT-Ideologie“ gewarnt.

Das Protestschreiben der Botschafter stellte US-Botschafterin Georgette Mosbacher (Foto)  auf ihrem Twitter-Account ein, de facto ein diplomatischer Skandal. Doch Mosbacher ist von US-Präsident Donald Trump für Polen eingesetzt, und so wie Richard Grenell  in Berlin installiert worden, um US-Politik nachhaltig durchzusetzen.

Berlin hat sich Grenell mit demonstrativer Nichtbeachtung entledigt. Polen indes setzt darauf, mit US-Unterstützung mehr Einfluß in der EU zu erreichen. Und  muß nun das Dilemma lösen, Mosbachers Teilnahme an der internatiolen Botschfater-Kritik flachzubügeln.

Polens stellvertretender Außenminister Pawel Jablonski antwortete über Mosbachers Twitter auf den offenen Brief, sein Land "stimme ihr voll zu"..

"Jeder Mensch genießt den gleichen Schutz durch das polnische Recht.

" Jablonski sah sich allerdings zu einer Ergänzung veranlasst: "Wir erinnern auch daran, dass nach der polnischen Verfassung die Ehe eine Verbindung zwischen einer Frau und einem Mann ist." Die Bekundung dieser Tatsache sei keine Diskriminierung, sondern Zeichen des Respekts für die Werte, die den Polen am Herzen lägen.

Danach wurde die US-Botschafterin von Polen zum Gespräch einbestellt.

Reagiert hat sie darauf bislang nicht.

Ein Einknicken kann sie sich nicht erlauben: ihr Land akzeptiert nicht  Homophobie, und die polnische Kirche  will davon nichts wissen.

Alles bleibt so, wie es ist.

Quellen:IAR/ds/03.10.2020
 
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