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Italien: Draghi soll es richten Drucken E-Mail
Mario Draghi soll Italien aus der Krise führen. Es wird erwartet, dass Präsident Mattarella dem ehemaligen EZB-Chef am heutigen Mittwoch den Auftrag erteilt, eine neue Regierung zu bilden - nicht zum ersten Mal in Italien wäre es eine Expertenregierung. Die politischen Lager hatten sich nach Giuseppe Contes Rücktritt nicht auf eine Koalition einigen können. Wird so die Blockade in Rom überwunden?

GAZETA WYBORCZA: Trotzdem wenig Spielraum
Draghi wird die politisch verfahrene Situation so leicht nicht überwinden können, befürchtet  Polens linsliberakle Tageszeitung:


 „Wahrscheinlich läuft es auf eine technische Regierung unter der Leitung von Draghi hinaus. Renzi verbirgt nicht, dass eine solche Lösung ihm gut passen würde. Neben der Unterstützung von Italia Viva kann sich Draghi wohl auch auf die des Partito Democratico und der bisherigen Opposition unter Silvio Berlusconi verlassen. Aber um eine Mehrheit im Parlament zu erhalten, muss er entweder die Lega von Matteo Salvini oder die Fünf-Sterne-Bewegung überzeugen. Beides wird schwer sein. Giorgia Meloni, die Chefin der rechtsextremen Fratelli, hat eine Zusammenarbeit bereits ausgeschlossen.“

LA REPUBBLICA: Ein Moment der Hoffnung
Maurizio Molinari, Chefredakteur von La Repubblica, sieht jetzt eine Chance, aus der Sackgasse zu kommen - auch für die gescheiterten Politiker:

„Es ist dramatisch. Mehr als 88.000 Tote, eine gegeißelte Wirtschaft, Hunderttausende in Konkurs gegangene Unternehmen, Millionen von Entlassung bedrohte Arbeitnehmer und der immer noch nicht an die EU-Kommission gelieferte Recovery-Plan zeigen: Das politische System hat es nicht geschafft, sich aus dem Sumpf der gegenseitigen Vetos zu befreien. ... Aber es ist auch ein Moment der Hoffnung. Denn wenn sich dieselben Parteien jetzt in der Lage zeigen, das Gefühl der nationalen Dringlichkeit zu teilen, das der Staatschef zum Ausdruck gebracht hat, und die institutionelle Regierung zu unterstützen, könnten sie Mario Draghi als Chance nutzen und zu Protagonisten der Pandemie-Überwindung und des Wiederaufbaus werden.“


Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/03.02.2021
 
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