Home arrow Panorama arrow 42 Prozent der Polen*innen ermüdet vom Virus
42 Prozent der Polen*innen ermüdet vom Virus Drucken E-Mail
  Die dritte Virus-Welle hat Polen voll erfaßt, und die Aussichten sind: es wird noch schlimmer. Der Nachschub an Impfdosen geht schleppend, es wird weniger geimpft als möglich wäre. Die Lockdowns dauern länger, das Freizeitleben wird zunehmend Erinnerung. Wer  die Regeln nicht befolgt, findet kein Erbarmen: Strafen sind teuer. Vielen geht das Virus gehörig auf den Keks, die verordnete Lethargie ermüdet sie, sagen  42 Prozent der Menschen in einer Befragung des Kantar Public Instituts.
 
Und in einer Umfrage der staatlichen Nachrichtenagentur PAP kommt nur eine von
neun befragten Personen  mit der Lage zurecht.

Herdenimmunit ist das Zauberwort. Wenn  zwischen 70 und 80 Prozent der Bevölkerung geimpft ist, kann keiner den anderen mehr anstecken. Dann ist es aus mit dem Virus – vorbehaltlch neuer Mutanten.

Impfen, impfen, impfen bringt das Vorleben zurück. Frühestens im Herbst ist so mit einer Herdenimmunität der Bevölkerung zu rechnen, nicht in zwei Monaten, wie Ministerpräsident Morawiecki Zuversicht verströmt.

Die Menge an verfügbaren Impfdosen ist nicht in Sicht. Seit Ende Dezember 2020 hat Polen rund 7.9 Millionen  Personen  mit einer Erstdosis geimpft und 2.6 Millionen mit einer zweiten Dosis.

Das sind etwa 4.8 Prozent der 38 Millionen-Bevölkerung mit einer Erstimpfung und 1.4 Prozent mit einer immunisierenden Zweitimpfung.

Zum Vergleich: Deutschland hat mit über doppelter Bevölkerungszahl (82 Mio) Stand 26.04. knapp 20 Mio. Erstimpfungen (=23.4 %) und rund 5.99 Mio. Zweitimpfungen (=7.2 %) verabreicht. Bei fortgesetzem Impftempo ist frühestens im Herbst von  einer Herdenimmunität  auszugehen.

Polens PiS-Regierung steht vor einer großen Konfrontation. Ihre Versprechen könnten die Bevölkerung bald aufwecken – und die Ermüdung in Wut umschlagen.

Quellen: Kantar Public/PAP/bmi/azubio/ds/27.04.2021



 
< Zurück   Weiter >
(C) 2021 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.