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Wichtig: Namenstag Drucken E-Mail

Für Polen ist der Namenstag wichtig wie in keiner anderen Kultur. Es ist der Tag, an dem das Kind seinen zweiten Namen erhält – anlässlich der Taufe, für die eine Heerschar an Schutzpatronen mit ihren Vornamen zur Auswahl steht.
Der oder die Heilige, deren Vorname dem Kind gegeben wird, soll es sein Leben lang beschützen und gut versorgen. Folgerichtig gibt es am Namenstag mehr Geschenke als am Geburtstag.

Soweit die Tradition, denn inzwischen lässt immer häufiger Hollywood grüßen. Die Vornahmen der Popstars laufen den Heiligen den Rang ab. Selbst Pop-Ikone Madonna ist kein Namenstabu mehr. Früher verbot die Ehrfurcht vor der „Heiligen Madonna“, sie namentlich in Anspruch zu nehmen.

Wer bei PolenInnen punkten will, sollte sich einen Namenskalender besorgen und aus der Ferne wenigstens per SMS oder E-Mail Glückwünsche übermitteln.
Eine andere polnische Namenstradition ist zusehends unter die Räder der feministischen Bewegung geraten. Familiennamen für Frauen, die mit –owa und –ina enden, standen einst für „verheiratet“. Waren die Frauen ledig, galten die Endungen –owna und –anka.

Heute gilt: Außer den Nachnamen, die mit –ska und –cka enden, weisen nur noch die Vornamen auf das Geschlecht hin: Mädchennamen enden mit -a (wie Barbara, Ewa, Maria), Jungennamen auf Konsonanten (wie Nandrzej, Marcin, Tomasz) oder auf die Vokale –i bzw.-y (wie Antoni, Kostanty, Walery). In einigen Ausnahmen enden Männernamen auf –o ( wie Mieszko) oder auf –a (wie Baranaba).

Vornamen typisch slawischer Herkunft wie Bożydar, Dobrosław, Rościsław, Sławój, Sędzimir, Dąbrowka, Dobrawa, Domosława, Dobrochna, Dobromiła kommen immer seltener vor. Sie werden nur um ihrer Originalität und nicht um der Tradition willen verliehen. Überlebt haben slawische Namen wie z. B. Bronisław, Mirosław, Sławomir, Mieczysław, Radosław und Jarosław.

Alte polnische Vornamen haben eine interessante Etymologie: der Vorname Władysław bedeutete, dass sein Namensträger Macht erobern wird, Bolesław sollte berühmt werden, Bogumił war der Liebling Gottes und Bogusław sollte Gott rühmen.
Die Polen sind bei der Bildung von Verniedlichungen sehr phantasievoll. Für jeden Vornamen gibt es mehrere davon. Sie werden nicht nur bei Kindern angewandt, sondern auch bei älteren Erwachsenen. Eine Zofia (Sophie) kann mit Zosia, Zośka, Zosienka, Zochna oder Zocha, eine Maria mit Marysia, Maryśka, Marysienka, Marychna, Mania, Mańka, Maniusia, Maja, Majka, Marusia oder auch mit verwandten Vornamen, wie Maryla, Maryna, Marianna, Mariola angesprochen werden. Im einstigen Polen wurde der Vorname Maria wegen der besonderen Verehrung, die man der Mutter Gottes entgegenbrachte, nicht verliehen. Dies war der Grund für die Entstehung der zahlreichen klangverwandten Verniedlichungen.

Die beliebtesten Mädchennamen: Aleksandra, Natalia, Karolina, Patrycja, Kinga, Klaudia, Magdalena, Julia, Gabriela, Dominika, Justyna, Paulina, Weronika, Angelika, Sylwia, Anita, Zuzanna, Alicja, Kamila, Oliwia.

Lieblingsnamen für Jungs: Kamil, Jakub, Patryk, Adrian, Michał, Dawid, Kacper, Mateusz, Karol, Krzysztof, Sebastian, Jan, Marcin, Daniel, Szymon, Bartłomiej, Filip, Krystian, Paweł, Adam, Arkadiusz, Konrad, Łukasz, Dariusz, Dominik, Oskar, Andrzej, Damian, Przemysław, Radosław, Rafa.

Quelle: polen.gov.com / ds

 

 
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