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Internationaler Brückepreis wird am 31.10. abgeholt Drucken E-Mail

Bereits im Mai dieses Jahres wurde der amerikanische Historiker Prof. Dr. Fritz Stern mit dem Internationalen Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec ausgezeichnet, der seit 1993 für besondere Verdienste für Frieden und Völkerverständigung verliehen wird.  Doch der Vielgefragte konnte für die feierliche Übergabe mitsamt 2.500 Euro erst den 31. Oktober anbieten.  Fritz Stern gilt als bedeutendster US-amerikanischer Historiker für deutsche Geschichte und war bis zu seiner Emeritierung Professor an der Columbia University, lehrte aber auch an der Yale University und der Freien Universität Berlin sowie in Paris und Konstanz.

Der 1926 in Breslau geborene Historiker wanderte 1938 mit seinen Eltern aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Amerika aus und nahm später die US-Staatsangehörigkeit an. Er avancierte mit seinen Forschungsarbeiten zu einem internationalen Spezialisten auf dem Gebiet der europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Seine Einschätzungen der politischen Lage in Europa hatten Gewicht auch in der internationalen Politik. Er hat das Deutschland-Bild in Amerika maßgeblich geprägt. 1993/94 war Fritz Stern Berater des damaligen US-Botschafters in Deutschland Richard Holbrooke.

Stern habe trotz seiner negativen Erfahrungen nie das Interesse an seinem Heimatland verloren und sich intensiv für die Demokratie und die Wiedervereinigung Deutschlands, aber auch für die Aussöhnung zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern, besonders zwischen Deutschland und Polen, eingesetzt, begründete Xylander die Wahl des Preisträgers. In einer Zeit, wo Görlitz und Zgorzelec eine neue Seite in der gemeinsamen Aufarbeitung ihrer Geschichte aufschlagen, sei die Vergabe des Internationalen Brückepreises an Fritz Stern ein Signal: Für die Richtung und die Lauterkeit der Absichten beider Städte.

Fritz Stern erhielt bereits zahlreiche hohe Auszeichnungen, so 1999 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2005 den Deutschen Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung, 2006 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, 2007 den Preis für Verständigung und Toleranz vom Jüdischen Museum Berlin - und  nun der Internationale Brückepreis 2008.

1987 hielt er als erster ausländischer Staatsbürger im Deutschen Bundestag die Festrede zum 17. Juni,  wobei er allerdings tunlichst alle Erwartungen auf eine Wiedervereinigungs - Rhetorik unterlief. Auch er wurde als Historiker zwei Jahre später von den Ereignissen überrascht.

dpi/zeit.de/wikipedia//30.10.2008

 
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