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Polen überrascht EU: Exporte in fünf Jahren verdoppelt. Drucken E-Mail

Viel besser als erwartet behaupten sich Polens Unternehmen seit dem EU-Beitritt 2004 auf den Auslandsmärkten. Nach Angaben des Zentralen Statistik-Amts GUS zogen die polnischen Exporte 2005 um 19,6 Prozent auf den neuen Rekordwert von 71 Mrd. Euro an: In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Umfang der Exporte des größten Beitrittslandes mehr als verdoppelt.

Vor dem EU-Beitritt hatten Analysten befürchtet, dass viele polnische Betriebe der verstärkten Konkurrenz auf dem Binnenmarkt kaum gewachsen sein dürften. Doch die meisten der Export-Unternehmen erwiesen sich durch kostensenkende Umstrukturierungen und sorgfältig geplante Markt-Offensiven gut vorbereitet. Neue Investitionen ausländi-scher Konzerne schlagen sich ebenfalls positiv auf die Export-Statistik nieder. Selbst der anziehende Zloty-Kurs konnte die Export-Erfolge nicht beeinträchtigen.

Auch die eher schwache Konjunktur in den meisten Abnehmerstaaten hat den Absatz polnischer Produkte nicht gemindert. In wirtschaftlich schwächeren Zeiten seien kostengünstige Produkte gefragt, konstatiert das Wochenblatt "Warsaw Voice": "Und polnische Unternehmen können diese Lücke füllen." 77,2 Prozent der polnischen Exporte gingen 2005 in die EU-Partnerstaaten. Kräftig gestiegene Ausfuhren vermeldeten vor allem Polens Nahrungsmittel-, Automobil- und Möbelindustrie sowie die heimischen Werften.

Wichtigster Handelspartner Polens ist wie schon seit Jahren mit Abstand Deutschland - dessen Bedeutung als Abnehmerland allerdings seit Jahren kontinuierlich zurück geht. Gingen im Jahr 2000 noch 35 Prozent der polnischen Exporte zu den Nachbarn, betrug der Anteil der Ausfuhren nach Deutschland 2005 lediglich 28,2 Prozent. Eine wachsende Rolle als Abnehmer für polnische Produkte spielen Russland, Ukraine, die Tschechische Republik und Frankreich. Immer erfolgreicher können sich polnische Betriebe auch bei öffentlichen Ausschreibungen und Wettbewerben im EU-Ausland präsentieren. Von 13 auf 42 stieg 2005 die Zahl der öffentlichen Aufträge, die sie sich in den EU-Partnerstaaten sichern konnten.

Besonders erfolgreich war 2005 erneut der polnische Bushersteller Solaris, der 28 Wettbewerbe für sich entscheiden konnte. Da auch die internationale Konkurrenz wie MAN, Volvo oder Mercedes ihre Produktion vermehrt nach Osteuropa oder die Türkei verlagerten, könnten polnische Unternehmen auf den europäischen Märkten inzwischen längst nicht mehr ausschließlich über den Preis konkurrieren, betont die stellvertretende Solaris-Chefin Solange Olszewska: "Ausschlagend für den Erfolg ist die Qualität des Produktes." Und Einfallsreichtum, wie es auch dieser polnische Exportschlager zeigt: : Während  in Deutschland  traditionelle Bestattungsfirmen den Anbietern von Diskount-Särgen die Hölle auf Erden wünschen, ist ihnen im Eifer der Kostenschlacht ein weitaus preiswerterer Anbieter aus dem Blick geraten: Aus Weiden geflochtene Särge sind  billiger, leichter und umweltfreundlich verbrennbar. Zudem liegt es sich durchaus bequem darin – wie es das Foto belegt. Der Ideen-Clou vom Weidensarg basiert auf gründlicher Analyse der Bevölkerungsentwicklung in der EU: Es wird mehr gestorben als geboren. Polnische Weidensärge liegen im Trend

 
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