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Polnische Oldies schlurfen EU-Durchschnitt hinterher Drucken E-Mail

Die polnischen Senioren sind in einer schlechteren Kondition als ihre Altersgenossen in anderen EU- Staaten. Das geht aus SHARE hervor, einer Untersuchung zu Alterungsprozessen in der Gesellschaft. Laut der Studie schätzen nur acht Prozent der polnischen Männer und sechs Prozent der polnischen Frauen über 50 ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein.
Der Rest der Bevölkerung klagt u.a. über Magenprobleme, chronischen Husten, Gelenkschmerzen und Depression, sagt Dr. Michal Myck vom Zentrum für ökonomische Analysen in Szczecin/Stettin: "Die Polen bewegen sich sehr wenig. Ein Großteil der Bevölkerung über 50 hat Übergewicht und die polnischen Männer rauchen europaweit am meisten." Nur 40 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen über 50 betreiben aktiv Sport.

In Holland, Skandinavien und Deutschland beispielsweise hält sich die kommende Rentnergeneration gut in Schuß: 65 Prozent der Männer wie Frauen joggen, radeln, schwimmen, turnen mit und um den Ball oder halten ihre Muckies stramm in Fitness-Studios. SHARE hat in 14 EU-Ländern rund 45.000 Oldies befragt. Dabei ist auch herausgekommen, dass sich rund 80 Prozent der über 50-jährigen Schweden ihrem Alter entsprechend fit genug fühlen, noch zu arbeiten. In Polen sieht sich dazu nur ein Drittel in der Lage.

Woran das liegen dürfte, lässt sich aus einer anderen Studie ergründen. Obwohl Polen seit 2004 rund 840 Millionen Euro (!) ausgegeben hat für Aufklärungskampagnen und medizinische Vorsorge-Einrichtungen, nimmt die Zahl der Krebserkrankungen erschreckend zu. 1963 starben 35.000 Polen an Krebs, 1996 bereits 77.500 und  2006 rund 92.000. Die Polen können das Rauchen nicht lassen. Und seit sich ihr Lebensstandard mit dem EU-Beitritt bessert, heben sie immer öfter zum Umtrunk an. Der Durchschnittspole schluckt heute jährlich 20 Liter Vodka und 130 Liter Bier. Vor allem der hochprozentige Genuß hat dramatisch zugenommen. 2001 lag der Vodka-Konsum bei 6,6 Liter/Jahr, 2006 waren es 8,8 Liter, im Jahr darauf 9,2 Liter – zurzeit zeigt der Pegel 9,6 Liter an. Die staatlichen Aufklärungskampagnen waren ein Flop. Die EU ist schuld: Zuviel Neues mit zuviel Stress haben  einen erhöhten Konsum von Kippen und Hochprozentigem ausgelöst.

SHARE/thenews.pl

 
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