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Tomasz Stanko in der Schinkel-Kirche Drucken E-Mail

Mit einem Auftritt des polnischen Startrompeters Tomasz Stańko wurde am Samstag, 9. September, 20 Uhr, die Reihe von hochkarätigen Jazzkonzerten der Stiftung Schloss Neuhardenberg fortgesetzt.

Seit Jahrzehnten gehört Tomasz Stańko zu den Großen der europäischen Jazzszene. Als Wegbegleiter des legendären Filmkomponisten Krzysztof Komeda begann er schon in den 60er Jahren, Jazzgeschichte zu schreiben. Über all die Zeit ist er ein Abenteurer zwischen Chaos und Harmonie geblieben, dabei stets seinem unvergleichlichen, weichen Ton treu, den er auf circa vierzig eigenen Alben, unzähligen Platteneinspielungen, als Gastmusiker sowie bei Konzerten auf der ganzen Welt ausgeprägt und perfektioniert hat. Über seinen einzigartigen dunklen Trompetenklang schrieb ein Kritiker: »Dieser Klang ist ›schmutzig‹ und paradoxerweise gleichzeitig kristallklar, er dringt in die Tiefen der Seele vor. Es ist dieser Klang, der die unglaublich suggestive, emotionale, manchmal geradezu schmerzhafte Wirkung seiner Musik ausmacht.«

Nach Neuhardenberg kam jetzt Stańko mit seinem vor zehn Jahren gegründeten Quartett. Seine Begleiter Marcin Wasilewski am Klavier, Sławomir Kurkiewicz am Baß und Michał Miskiewicz am Schlagzeug bilden eine künstlerische Symbiose mit dem großen Bandleader. Sie sind bis ins Detail mit dessen musikalischem Werdegang vertraut, von den Jahren mit Komeda über die Free Jazz-Phase der 70er bis zum neuen »slawischen Soul« der letzten Jahrzehnte. Gemeinsam haben sie diesen wehmütig-schönen Stil mitgeprägt; die melodiereichen, geradezu schwelgenden Balladen, die mittlerweile zu einem Markenzeichen des Quartetts geworden sind, stehen auch im Mittelpunkt des gerade erschienenen Albums »Lontano« (»Weit«), das – von der Kritik bereits hymnisch gefeiert – in Neuhardenberg vorgestellt wird.

Eintritt: € 18.– / ermäßigt € 12.–

kulturreport/ds/11.09.2006

 
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