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Polnische Bahn fürchtet, überrollt zu werden. Drucken E-Mail

Noch immer hadern die Kaczynski-Brüder mit dem Schröder-Putin-Pipelineprojekt, da kündigt sich schon das nächste deutsch-russische Übel gegen Polen an, diesmal vorbereitet mit einen Deal zwischen  Merkel und Putin. Auslöser ist eine Anmahnung der EU an Polen, den  Güterverkehr für internationale Bahngesellschaften vertragsgerecht zum 1.1.2007 zu liberalisieren, ein Jahr später dann auch  den Personenverkehr.

Eine „Revolution auf  polnischen Gleisen“ befürchten Polens Medien und ziehen Vergleiche zur Entwicklung der Billig-Flieger: „Jetzt macht uns auch die ausländische Bahn kaputt, allen voran die Deutsche Bundesbahn“.

Von Berlin nach Moskau, ohne Teilnahme der polnischen Bahn -  das ist schwer zu ertragen für die polnische Transportindustrie. Angeblich sei die Deutsche Bundesbahn  schon dabei, Eisenbahner der Eisenbahngesellschaft PKP in Polen abzuwerben und mit Geschenken wie z.B. Laptops und dem Versprechen auf riesige Einkommen zur Schulung nach Deutschland zu locken. 

Manager der Personenbeförderungsgesellschaft PKP Intercity bezeichnen diese Aktionen als " Klassische Witschschaftsspionage", was auch immer sie darunter verstehen mögen.
Der polnische Bahnmarkt bietet zwar heute eine breite Palette an Dienstleistungen, wie die PKP Cargo, PKP Intercity und die PKP Regionalbeförderung, wozu noch ein ständig wachsender Markt an kleinen Fuhrunternehmern kommt, aber alle sind noch recht unvorbereitet auf die heranstürmende Konkurrenz. Die PKP fürchtet vor allem den Ausfall der höheren Einnahmen aus dem Ausland. Hier haben sie bisher die Preise bestimmt, und jeder weiß, dass die Fahrten, z.B. mit dem Berlin-Warschau Express bei mäßigem Komfort, sehr teuer sind. Ebenso verhält es sich im internationalen Warenverkehr durch Polen. VW und Opel in Polen, die 90 % ihrer Produktion exportieren, sind die grössten Kunden der PKP Cargo. Das werden sie kaum bleiben, wenn  sich für sie niedrigere Transportpreise aushandeln lassen, beispielsweise mit der Deutschen Bahn. Denn die scheint gut gerüstet in Verhandlungen gehen zu können, seit Merkel und Putin eine deutsch-russische Logistikgesellschaft ins Leben gerufen haben.

Die neue Gesellschaft soll das globale russische Bahnbeförderungsnetz an die Deutsche Bundesbahn anschliessen und somit auch für Deutschland einen zuverlässigen Schienentransportweg nach Russland und Asien öffnen. Deutsche und russische Züge würden Polen dann nur noch als Transitland benutzen, beklagen die Medien:.
„Wenn die Regierung nicht bald eine ernsthafte  Bahnstrategie inszenieren wird, überfahren sie uns !“

Bahnexperte Adrian Furgalski unterstreicht, dass es der polnischen Bahn vor allem an Rücklagen fehlt. Lediglich der  PKP Intercity fahre Gewinne ein und sollte schnellstmöglich an die Börse gebracht werden. Die regionale Beförderung macht grosse Verluste.  Die Regierung hat keine Idee, was man dagegen machen kann, so der Bahnexperte.

Polhost/rbonline/ds/11.09.2006

 
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