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Plötzlich alles palleti mit EM -Vorbereitung in Polen Drucken E-Mail

„Polen befindet sich auf einem sehr guten Weg“, sagte Jo Vanhecke vom belgischen Innenministerium bei einer Konferenz in der polnischen Hauptstadt Warschau. „Wir können nicht erwarten, dass alles schon fertig ist“, meinte Vanhecke, der aktuelle Zustand der Stadien sei ganz normal. „Bis zur EM sind noch zwei Jahre.“
Vanhecke gehört einem internationalen Komitee an, das Co-Gastgeber Polen bei den Vorbereitungen auf die Fußball-Europameisterschaft 2012 unterstützt. Die Experten waren schon im Vorfeld der EM 2008 in Österreich und der Schweiz aktiv. Das Komitee schaute sich in den vergangenen Tagen die polnischen EM-Austragungsorte Warschau und Danzig an. Im Oktober sollen Besuche in Posen und Breslau folgen. Da herrscht zurzeit die Hoffnung vor, das  beide Stadien noch auf dem letzten Drücker fertig sein werden.

Doch wie schnell und bequem  kommen die  erhofften zwei Millionen Fans dorthin? Rund 3.000 Kilometer  neue Autobahn- und Schnelllstraßen hatte Polen in der Bewerbungs-Präsentation  angekündigt, dazu die Modernisierung der Bahnhöfe, des Schienennetzes, der Flughäfen – und rund 900 Hotels würden schon private Investoren hinstellen.

Einen ernüchternden Zwischenbericht lieferte jetzt der polnische Rechnungshof  NIK. Demnach wurden vor allem die notwendigen Bauarbeiten an der Verkehrs-Infrastruktur noch gar nicht begonnen oder seien stark im Verzug. Die Straßenprojekte lägen bereits ein Jahr hinter dem Plan. Bestenfalls ein Drittel der gegenüber der UEFA abgegebenen Verpflichtungen werde sich noch erfüllen lassen. Der Grund laut NIK: Die Regierung habe schon 2008 rund 30 Prozent weniger Mittel für den Straßenbau ausgegeben als die ursprünglich geplanten 21 Mrd. Zloty (5,1 Mrd. Euro). Im vergangenen Jahr hätten die Ausgaben bei nur 18 Mrd. Zloty gelegen - statt der geplanten 32 Mrd. Zloty. 52 von 127 Projekten seien laut NIK bereits kassiert worden.

Dennoch gibt sich Sportminister Adam Giersz  optimistisch: "Ein Teil der Investitionen wird sich zwar verspäten, aber das wird nur einen geringen Einfluss auf die EM haben." Giersz erwartet rund  eine Million Touristen, die allein in der EM-Zeit  226 Millionen Euro ausgeben. Richtig lohnen werde sich die EM danach für die polnische Wirtschaft. Auf rund sieben Milliarden Mehreinhamen dürfte sich die polnische Wirtschaft einstellen. Und Polen nach der EM auf eine halbe Million Touristen im Jahr mehr als sonst, die  der Wirtschaft weitere rund 1,25 Milliarden Euro bringen.
Von solchen Zahlen träumen die Schweiz und Österreich als Co-Veranstalter der EM 2008 noch immer.

Könnte die berühmt-berüchtigte polnische Hooligan-Szene dem Fußball-Event schaden?
Vanhecke warnte vor Panikmache: «99,9 Prozent der Fans kommen nach Polen, um zu feiern», sagte er. Daher solle man sich nicht nur auf das Hooligan-Problem konzentrieren. Es sei wichtig, den Menschen vor Ort die Furcht zu nehmen und so eine gastfreundliche Atmosphäre zu schaffen.

dpa/sueddeutsche/ds/10.09.2010

 
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