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„Kulturpreis Schlesien“ für Matthias Kneip und Stanislaw Wysocki Drucken E-Mail

Seit 1977 vergibt das Land Niedersachsen den „Kulturpreis Schlesien“ Personen, die sich Völkerverständigung, Aussöhnung und Frieden verdient gemacht haben. Anfangs wurde der Kulturpreis nur an in Deutschland lebendende Schlesier vergeben, seit 1981 gehören auch in Schlesien lebende polnische Künstler zu den Ausgezeichneten. Die  Preisträger der mit 4000 Euro verbundenen Auszeichnung sind  in diesem Jahr der deutsche Schriftsteller Matthias Kneip und der polnische Bildhauer Stanislaw Wysocki. Jury-Mitglied Prof. Michael Pietsch, Präsident der Schlesischen Landesvertretung, hielt die Laudatio.

In seiner Rede erinnerte Matthias Kneip anekdotenhaft an einen Vorschlag, den als Gast einer deutschen Schulklasse unterbreitete. Polen war inzwischen Mitglied der EU und eine Klassenfahrt ins Nachbarland ohne große Formalitäten möglich. Die Schüler schüttelten den Kopf – warum sollte man in ein Land fahren, in dem alles gestohlen wird, die Straßen schmutzig seien und wo es Politiker wie die Kaczynskis gebe? Da sei Italien doch allemal besser. Kneip hielt mit Berichten von Mafia und Berlusconi dagegen, aber die Schüler ließen sich von ihrem Urteil nicht abbringen. In Italien gebe es doch genügend andere Attraktionen wie Pizza, Pasta und die schönen Strände.

Dr. Matthias Kneip (42) gehört zu jener Generation von Deutschen, deren Familien eine Prägung im ostdeutschen Kulturraum durch Vertreibung oder Spätaussiedlung erhalten haben. Seine Eltern stammen aus Oberschlesien und kamen in den fünfziger Jahren in die Bundesrepublik Er hat eine Vielzahl von Büchern mit Gedichten, Aphorismen und Erzählungen veröffentlicht, sowohl in deutscher als auch in polnischer Sprache. Seine Lesungen und Vorträge an polnischen und deutschen Schulen sind ein wichtiger Beitrag zur Verständigung zwischen Deutschen und Polen.Kneip ist Mitarbeiter des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt.

Professor Stanislaw Wysocki (62) präsentierte seine Werk seit 1984 in 90 Ausstellungen in Deutschland, Polen, Dänemark, Schweden, Österreich, Tschechien, England, Italien, Türkei und Frankreich. Von Beginn an formt der Künstler weibliche Körper. Seine Figuren tragen Frauennamen oder heißen wie verschiedene Lebenssituationen: Verlangen, Berührung, Erwartung. Wysocki hat auch die Skulptur „Silesia” geschaffen, die bei der Verleihung des Kulturpreises Schlesien verliehen wird.

ds/06.09.2011

 
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