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Ausstellung über polnischen Kardinal in Dachauer KZ-Gedenkstätte Drucken E-Mail

In der KZ-Gedenkstätte Dachau ist ab sofort eine Ausstellung über den polnischen Kardinal Adam Kozlowiecki zu sehen. Der Jesuit verbrachte knapp fünf Jahre in Konzentrationslagern der Nazis, davon vier Jahre in Dachau. In der Ausstellung mit dem Titel „Auf der Suche nach Versöhnung“ wird das Leben und Wirken von Koslowiecki dargestellt. Er gilt als maßgeblicher Förderer der Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen.
Es sei wichtig, dass bei ehemaligen Häftlingen nicht nur die Leidenszeit in Dachau präsentiert werde, sagte der Bischöfliche Beauftragte für KZ-Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese München und Freising, Ludwig Schmidinger, dem Münchner Kirchenradio. „Wir nehmen das Leben der Menschen in den Blick um ihnen das ein Stück weit wiederzugeben, was die Nazis ihnen genommen haben, nämlich ihren Namen“, so der Pastoralreferent. Kozlowiecki habe sich, auch auf Grund seiner Erfahrungen in der KZ-Haft, viele Gedanken über die Entstehung und Überwindung von Gewalt gemacht. Immer wieder habe er darauf hingewiesen, dass Hass keine Lösung sei, sondern überwunden werden müsse, so Schmidinger. Die Ausstellung ist bis zum 8.Januar 2012 zu sehen.

Adam Kardinal Kozlowiecki SJ (* 1. April 1911 in Huta Komorowska bei Rzeszów, Polen; † 28. September 2007 in Lusaka, Sambia) war Erzbischof von Lusaka.
Nach seiner Schulzeit in den Jesuitenorden ein und studierte Katholische Theologie und Philosophie. 1937 empfing er das Sakrament der Priesterweihe. Zwei Jahre darauf wurden er und 24 weitere Jesuiten in Krakau von der Gestapo verhaftet und zunächst in das Konzentrationslager Auschwitz, sechs Monate später in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Er verblieb im dortigen Pfarrerblock bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach der Befreiung entsandte ihn sein Ordensoberer als Seelsorger in die von polnischen Jesuiten betriebene Mission in Nordrhodesien, wo er bis 1950 als Lehrer und Priester arbeitete.

Am 4. Juni 1955 wurde Adam Kozłowiecki von Papst Pius XII. zum Titularbischof von Diospolis Inferior ernannt und zum Apostolischen Vikar des neu errichteten Apostolischen Vikariats in Lusaka (damals: Nordrhodesien) bestellt. Am 11. September desselben Jahres empfing Kozłowiecki die Bischofsweihe durch den damaligen Apostolischen Gesandten für Britisch-Ostafrika, James Robert Knox. Er leitete fortan als Oberhirte das Apostolische Vikariat.

1959 ernannte ihn Papst Johannes XXIII. zum Erzbischof von Lusaka. 1969 trat er von diesem Amt zurück, um den Weg für einen einheimischen Bischof frei zu machen und wurde zum Titularerzbischof von Potentia in Piceno ernannt. Er fand eine neue Wirkungsstätte als Missionar in Sambia. Von 1970 bis 1991 gehörte er der Kongregation für die Evangelisierung der Völker an. Papst Johannes Paul II. nahm Adam Kozłowiecki im Jahre 1998 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Sant’Andrea al Quirinale in das Kardinalskollegium auf.

Münchner Kirchenradio/Wikipedia/ds/26.10.2011

 
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