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Prognose: Europa wird deutscher mit weniger Polen Drucken E-Mail
Mit einer Fertilitätsrate von knapp über einem Prozent (Geburten pro Frau) rangieren Deutschland und Polen am Ende  der EU-Statistik. Bleibt es dabei, zählen beide Nationalitäten in spätestens 100 Jahren  zur europäischen Minderheit. Doch die Szenarien für Deutschland und Polen lassen sich nicht vergleichen. Deutschland zählt derzeit 82 Millionen Einwohner – einschließlich rund 16 Millionen Zuwanderer.
Von  diesen haben knapp zehn Millionen die deutsche  oder eine zeitlich befristete doppelte Staatszugehörigkeit. In Polen ist die Vergabe der Staatsbürgerschaft recht rigide abhängig vom Nachweis der ethnischen Zugehörigkeit. Eine doppelte Nationalität wird höchst selten anerkannt.

Weil Polen nur einen geringen Zustrom an Migranten hat – 2012  rund 10.000, überwiegend Vietnamesen, die lediglich  temporär im  Land bleiben -  steht der Nation ein ethnischer Aderlaß bevor. Und der wird im Besonderen  von polnischen Bürgern beflügelt: Seit der  politischen Wende haben fast 1.5 Millionen polnische Migranten die deutsche Staatsbürgerschaft erfolgreich beantragt.

Statt auszusterben, nimmt die Zahl der „Deutschen“ in Europa zu. Seit 1995 hat es keinen größeren Migranten-Zustrom gegeben. Besonders aus den südeuropäischen Krisen-Staaten strömt eine Migranten-Karawanke nach Deutschland.

Doch noch  kommen die meisten aus Polen: Allein 68.100 waren es im vergangenen Jahr  laut dem Statistischen Bundesamt. Daraus folgert die Prognose: Bei gleichbleibend niedriger Fertilitätsrate in beiden Ländern wird es zukünftig  mehr „Deutsche“ als heute in Europa geben. Während vergleichsweise Polens  ethnischer Anteil in Europa abnimmt.


destatis/ds/14.03.2013
 
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