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Irena Sendler für Friedensnobelpreis vorgeschlagen Drucken E-Mail

Schon zwei Mal  wurde die Polin Irena Sendler für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, diesmal könnte der Vorschlag von Erfolg gekrönt sein. Der US-amerikanische Geschichtslehrer Norman Conrad holte sich für seine Eingabe Unterstützung vom polnischen Präsidenten Lech Kascynski und vom israelischen Ministerpräsidenten Ehud Ohmert, dazu übergab er eine CD mit  Zehntausenden Unterschriften amerikanischer Schüler und Schülerinnen.

Der  heute 97-Jährigen Polin mit deutschem Nachnahmen verdanken über 2500 jüdische Kinder die Rettung aus dem Warschauer Ghetto. Davon hatte 1999 Geschichtslehrer Conrad erfahren und seine Schüler  im Städtchen Uniontown (Kansas) inspiriert, ein Theaterstück über Irena Sendler zu schreiben. Das Stück, in dem die dramatischen Geschehnisse, die sich vor 60 Jahren ereignet haben, rekonstruiert wurden,  trug den Namen „Life in a Jar" (Leben im Einmachglas). Inzwischen ist es an amerikanischen Schulen fast so bekannt wie hier zu Lande  das Tagebuch der Anne Frank.
 

Irena Sendler arbeitete vor dem Krieg als Mitarbeiterin der Gemeindefürsorge. Nachdem in Warschau das Ghetto entstanden war, unterbanden die deutschen Besatzer jegliche medizinische Fürsorge - bis  erste Fälle von Typhus ausbrachen. Polnisches Sanitätspersonal wurden abkommandiert für nötigste medizinische Hilfe. Als Krankenschwestern verkleidet reihten  sich Irena Sendler  und engste Vertraute unter das Betreuungspersonal ein und schmuggelten  Lebensmittel, Medikamente und Geld in das Ghetto. 

1942  trat sie der Geheimorganisation "Żegota" (Rat für die Unterstützung der Juden) bei, wo sie die Kinderabteilung leitete. Nachdem die Entscheidung zur Liquidation des Ghettos bekannt wurde, starteten Sendler und ihre Mithelferinnen eine Aktion, um Kinder aus dem Ghetto herauszuschmuggeln. Sie wurden in Klostern,  Waisenheimen  und  bei Pflegefamilien untergebracht. Man stellte ihnen  falsche Dokumente aus  und sorgte sich um die finanzielle Unterstützung.

Ende 1943 wurde Irena Sendler von der Gestapo verhaftet. Trotz  Folter gab sie das Versteck der Listen mit den Namen der aus dem Ghetto geretteten 2500 Kinder nicht preis. Diese Listen, verschlüsselt kodiert, befanden sich in  Einmachgläsern im Garten vergraben. Sendler wurde zum Tode verurteilt, aber dank der „ Hilfe“ eines Wachmannes, der sich von der Żegota hatte bestechen lassen, wurde sie nur „auf dem Papier" erschossen. Bis Ende des Krieges kämpfte sie im Untergrund.

Nach dem Krieg  arbeitete sie für die Warschauer Sozialhilfe und kümmerte sich um die Einrichtung von Kinderheimen, Pflegeheimen und Kindertagesstätten. Später, als  Direktorin der Abteilung  für Medizinschulwesen im Gesundheitsministerium, setzte sie sich erfolgreich für die Einrichtung von Krankenschwesternschulen ein. 

1965 wurde Irena Sendler  durch die Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern"  ausgezeichnet.

Die Bekanntmachung des Preisträgers erfolgt üblicherweise im Oktober, die Preisvergabe und Feier findet seit 1901 stets am  10. Dezember statt, dem Todestag von Alfred Nobel.
Auf der Grundlage persönlicher Erinnerungen und Aufzeichnungen beschreibt die Journalistin Anna Mieszkowska  das Lebenswerk der Irena Sendler in ihrem Buch „Die Mutter der geretteten Holocaust-Kinder- Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto". Die deutsche Übersetzung stammt von der Verlegerin Urszula Usakowska-Wolff. Am 26.04.2007 führt das Polnische Institut in Düsseldorf  ein Gespräch mit der Autorin und Übersetzerin.

Informationen:
POLNISCHES INSTITUT IN DÜSSELDORF
Direktorin: Małgorzata GRUDZIŃSKA
Citadellstr. 7
40213 Düsseldorf
T. 0211-866960
F. 0211-8669620
info@pol-instítut.de

ds/03.04.2007

 
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