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2014 ist dem Gedenken an Jan Karski gewidmet Drucken E-Mail
Letzten Freitag ist im polnischen Parlament (Sejm) der Beschluß gefaßt worden, das  kommende Jahr im würdigen Gedenken Jan Karski zu widmen, 2014 markiert den  hundertsten Geburtstag des  Widerstandskämpfers und Kurier der Polnischen Heimatarmee. Er war der Erste, der die polnische Exilregierung in London zwischen 1942 und 1943 über den Vernichtungswahn der deutschen Besatzer in seinem Land berichtete, über die systematische Ermordung der Juden in seinem Land.
Karski (eigentlich Jan Kozielewski) hatte sich in einer Uniform der  ukrainischen Miliz in ein Vernichtungslager eingeschleust und sich von den Ausmaßen der Verbrechen selbst überzeugen können. Die Exilregierung schickte ihn als Augenzeugen in die USA, wo er 1943 persönlich Präsident Roosevelt Bericht erstattete sowie führende US-Politiker, Kirchenoberste und jüdische Organisationen informierte. Doch seinen Schilderungen wurde kein Glauben geschenkt oder als Übertreibungen der polnischen Exilregierung eingestuft.



1944 hatte er einen US-Verlag überzeugen können, seine Erlebnisse in Polen als Tatsachenbericht  “Story of a secret State” aufzulegen. Das Buch wurde zwar ein Bestseller in den USA, aber durchweg als fiktive Horror-Propaganda verstanden.

Karski hatte die Welt informiert, doch wenig bewegt damit. Schienenstränge zu den Vernichtungslagern waren den US-und UK-Alliierten zwar bekannt, bombardiert aber wurden sie nicht.

In der Bundesrepublik Deutschland fand sich ewig kein Verlag bereit, Karkis Tatsachenbericht zu übersetzen. Das holte erst der kleine Münchner Verlag Antje Kaufmann im Frühjahr dieses Jahres nach:

Jan Karski “Mein Bericht an die Welt – Geschichte eines Staates im Untergrund”, 528 Seiten, 28 €, Kunstmann, ISBN: 978-3888977053.

Kunstmann Verlag/ds/11.12.2013
 
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