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„Kulturgüterdialog“ führt zur Rückgabe von Beutekunst Drucken E-Mail
Die Liste der polnischen Datenbank füllt rund 63.000 Kunstobjekte, die während der deutschen Besatzungszeit als geraubt gelten – als Beutekunst. Darunter befindet sich  das  32,8 mal 25,8 Zentimeter große  Rokoko-Gemälde der Palasttreppe des Dogenpalastes in Venedig, gemalt vom Italiener Francesco Guardi (1712-1793). Im persönlichen Auftrag von Hitler wurde  es aus dem Nationalmuseum Warschau geraubt für sein in Linz geplantes  „Führermuseum“.
Daraus wurde nichts, aber seitdem galt das Gemälde als unauffindbar. Es befand sich nach Kriegsende in der Bundesrepublik Deutschland, Museumsexperten konnten  jedoch lange  weder die Provenienz noch Herkunft ausmachen. Als beides schließlich zweifelsfrei geklärt war, übernahm die bayerische Staatsanwaltschaft die rechtsmäßige Klärung des Besitzstandes. Und kam zu keinem Ergebnis, obwohl von Polen die Rückgabe wiederholt angemahnt worden war.

Deutschland und Polen streiten um gegenseitige Beutekunst.Deutschland fordert die Rückgabe der „Berlinka“, über 300.000 historische Dokumente, die zum Kriegende im besetzten Polen eingelagert wurden. Mit Kriegsende übernahmen Krakauer Museen den Bestand. Seitdem  können sich Deutschland und Polen nicht über eine Restitution gegenseitiger Kulturschätze verständigen. Gerade mal 26 Gemälde wurden von Deutschland bisher zurückgegeben.

Mit der Rückgabe einer weiteren Beutekunst, eben dem Gemälde von Guardi, will Deutschland ein positives Signal geben. Doch vermieden wird das Wort „Beutekunst“, wie die Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes vom 28.03.2014 zeigt:

Kulturgüterdialog: Guardis "Palasttreppe" kehrt nach Polen zurück

Am 31. März 2014 übergibt Bundesminister Steinmeier seinem polnischen Amtskollegen Radosław Sikorski im Auswärtigen Amt das im Zweiten Weltkrieg aus dem Nationalmuseum Warschau nach Deutschland verbrachte Gemälde „Palasttreppe“ von Francesco Guardi. Die Übergabe erfolgt in Anwesenheit des Staatssekretärs des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Jürgen Walter.
Dazu erklärten die beiden Außenminister vor der Übergabe:

"Wir sind beide froh, dass dieses bedeutende Werk nach rund 75 Jahren wieder nach Polen an das Nationalmuseum Warschau zurückkehrt. Die Rückgabe ist ein sichtbares Symbol gegenseitigen Vertrauens. Sie ist gleichzeitig ein Beleg für den Erfolg und ein wichtiger Impuls für eine engagierte Fortsetzung unseres Kulturgüterdialogs.
Das Guardi-Gemälde war 1939 im Nationalmuseum Warschau durch deutsche Stellen beschlagnahmt worden. Nach Kriegsende wurde es beim ‚Central Collecting Point Wiesbaden‘ eingeliefert, gelangte von dort in die Universität Heidelberg und später in die Staatsgalerie Stuttgart“.

Was tatsächlich hinter dieser Mitteilung des Auswärtigen Amtes steckt, dokumentiert ein Bericht des Berliner „Tagesspiegel“.
Link:

 http://www.tagesspiegel.de/kultur/nazi-raubkunst-das-bild-das-die-deutschen-nicht-freigeben/9350370.html

AA/Tagesspiegel/ds/30.03.2014
 
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