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Korwin-Mikkes Blitz-Auftritt im EU-Parlament mit Hitler-Gruß Drucken E-Mail
  Während einer Plenarsitzung im Europäischen Parlament zur Einführung eines europaweit gültigen Bahn-Tickets traktierte der polnische Abgeordnete Korwin-Mikke voller Erregung lautstark protestierend das Mikrofon, hob schließlich den rechten Arm zum Hitlergruß und rief dabei die Worte „Ein Reich, ein Volk, ein Ticket!“. Korvin-Mikke ist grundsätzlich gegen jede Form einer “europäischen Vereinheitlichung“. 20 Sekunden dauerte sein Auftritt (Foto: EU-Parlaments-TV).
So kurz hat sich der 72-jährige Politiker noch nie öffentlich aufgeregt. In den polnischen Medien wird er durchweg als „Entfant terrible“ geführt, und weil er die deutsche Europa-Hegemonie geißelt, gilt er hierzulande als Politclown. Dabei ist der studierte Mathematiker eine seit Jahren schillernde Person der Politszene.
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Parteigründungen hat er vermutlich öfter  wieder verlassen, als er Hemde im Schrank hängen hat. Nach wechselnd genötigten Neuorientierungen ist er gegenwärtig Vorsitzender der „Koalition der Erneuerung der Republik Freiheit und Hoffnung“ (KNP) und seit 2014 EU-Parlamentarier. Die politischen Wechsel kann er sich leisten als einer der reichsten Politiker Polens mit einem geschätzten Privatvermögen  in Höhe von 10 Millionen Złoty  (2.5 Mio. Euro), das er zum Großteil aus dem wöchentlich von ihm herausgegebenen Magazin  „Najwyższy Czas!“(dt. Höchste Zeit!). bezieht. Dort läßt er gegen die Europäische Union wettern und den Beitritt Polens zur nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA propagieren.

Als Vater von acht Kindern vertritt er die Meinung, dass der Mann zu entscheiden hat, wann Geschlechtsverkehr angebracht sei, auch deshalb, weil Frauen durchschnittlich weniger intelligent seien. Zudem fordert er die  Wiedereinführung der Todesstrafe für schwere und die Prügelstrafe für geringere Vergehen.

Damit allerdings geht er selbst dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders und der Front-National-Chefin Marine Le Pen zu weit, die ihm eine Fraktionsgemeinschaft  im EU-Parlament verweigern. Erfolgreicher agiert Korvin-Mikke in Polen: Im ersten Wahlgang zur Präsidentenwahl am 10. Mai 2015 erreichte er mit  3,26  Prozent der Wählerstimmen (486.084)  immerhin Rang 4.

ds/EU-Parlament-TV/Screenshot/09.07.2015
 
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