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Weltkriegsmuseum steht nach Eröffnung vor der Schließung Drucken E-Mail
  Die Architektur ist grandios, rund 100 Millionen Euro hat das Danziger Weltkriegsmuseum (Museum des Zweiten Weltkriegs) gekostet. 2012 fand die Grundsteinlegung statt. An diesem Wochenende wird Museumsdirektor Machcewicz zum Tag der offenen Tür die ersten Besucher begrüßen. 1920 Karten waren binnen Stunden vergriffen – und daraus schöpfte Machcewicz seine Hoffnung: "Haben erst einmal ein paar Tausend Menschen unsere Ausstellung gesehen und sich überzeugt, dass Polen darin nicht zu kurz kommt, wird es vielleicht schwieriger, die Ausstellung völlig umzukrempeln."

Noch steht der 1. Februar als  Eröffnungstermin des Hauses, doch allem Anschein nach wird der Eingang geschlossen sein. Machcewicz ist Anfang dieser Woche gekündigt worden. Begründung: Das Museum werde mit dem Westerplatte-Museum der polnischen Streitkräfte vereinigt. Deren Chef, Zbigniew Wawer, pfegt die Darstellung heroischer Episoden der polnischen Militärgeschichte.

Nun soll er ein Gesamtkonzept für beide Museen  präsentieren. Das wird Jahre dauern, womit die Regierung auch die Entlassung des gesamten Personals im  imposanten Weltkriegsmuseum-Projekt begründet.

Der Bau des Weltkriegsmuseums war ein von der Tusk-Regierung unterstütztes Projekt. Internationale Historiker wurden in das Ausstellungsgremium berufen. Seitdem feuerte   der damalige Oppositionsführer Jaroslaw Kascinsky Spruchsalven gegen das Projekt. Denn für ihn war klar: Ein internationales Historiker-Team käme nicht auf den Gedanken, im Austellungskonzept einzig polnisches Märtyrer- und Heldentum zu thematisieren.

Das jedoch ist offenbar nicht im Sinn vieler der rund 13.000 Polen, die dem Weltkriegsmuseum über  37.000 Artifakte und Dokumente für die geplante Dauerausstellung angeboten  haben. Bereits fast ein Drittel von ihnen soll die Rückgabe gefordert haben.

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ds/sz.de/27.01.2017
 
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