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Wie sollte Europas Antwort auf Trump aussehen? Drucken E-Mail
Drei Wochen nach Trumps Amtsantritt hat Herman Van Rompuy vor einer "ideologischen Kollaboration" mit Trump gewarnt. In einem Interview mit dem belgischen Magazin Knack erklärte der ehemalige Präsident des Europarats, dass sich schuldig mache, wer Trump relativiert. Ein Blick in Europas Kommentarspalten zeigt, wie sehr Politik und Gesellschaft um eine Antwort auf Trump ringen.

SME: Verstörender Beifall aus Mittelosteuropa
Es ist offenbar Trumps Interesse, die EU zu zerstören - und die Visegrádstaaten applaudieren ihm noch, klagt die konservative slowakische Zeitung:

„Ted Malloch, der Trump eine große Hilfe im Wahlkampf war, strebt nach dem Posten des neuen amerikanischen Botschafters bei der EU. Den Grund dafür verheimlicht er erst gar nicht. Er half einst beim Zerfall der Sowjetunion und möchte dies nun gerne bei einer weiteren Union, der EU, wiederholen. Er sagt offen, dass der Euro binnen weniger Monate weg müsse. Die großen Fraktionen des EU-Parlaments oder auch Donald Tusk nahmen das zur Kenntnis und warnten davor. ... Die Vertreter von vier Migliedsstaaten - Slowakei, Tschechien, Ungarn und Polen - sind hingegen einer großen Versuchung ausgesetzt. Sie verfolgen mit großer Sympathie die Politik des amerikanischen Präsidenten. Er entspricht in vielem ihren Vorstellungen. Erliegen sie der Versuchung, zahlen ihre Länder den Preis dafür.“

EL PAIS: Gegen den hochmütigen Autokraten zusammentun
Europa darf in seiner kritischen Haltung gegenüber Trump nicht einknicken, mahnt der spanische Jurist Baltasar Garzón in der linksliberalen Tageszeitung El PAIS:

„Die übrigen Staaten, vor allem die europäischen, reagieren teilweise vernünftig und mutig auf Trump, zumindest den Worten nach. Aber ich zweifle daran, dass sie diese Einstellung bewahren, wenn ihre wirtschaftlichen Interessen auf dem Spiel stehen. Vermutlich werden sie weichgespült und dem politischen Opportunismus unterworfen, so wie es bei Guantánamo geschah, als man über die illegalen Häftlinge und das Folterzentrum hinwegsah, das legalisiert war und es vielleicht jetzt wieder wird. 2003 haben wir gemeinsam die Menschenrechte gegen den Irakkrieg hochgehalten. Werden wir das jetzt wieder tun, gegen einen hochmütigen Autokraten, der sich einzig und allein vom Profit leiten lässt, willkürlich Freiheiten aufhebt und abscheuliche Praktiken fördert, die wir längst ausgerottet wähnten?“        
                                    

Quelle: eurotopics Presseschau/ds/15.2.2017

 
 
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