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Polen gibt Namen von Spitzeln und Geheimagenten in Netz bekannt Drucken E-Mail
Das polnische Institut für nationales Gedächtnis hat laut der regierungskritischen Tageszeitung „Wyborcza“ rund 1.000 Namen von Auslandsagenten veröffentlicht, die in der Zeit des Kalten Krieges tätig waren. Der eigentliche Skandal: Auf dieser Liste stehen auch Geheimagenten, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs aktiv geblieben sind. Die Veröffentlichung dieser geheimen Akten ist kein Missgeschick, sondern wird durch ein in Polen jüngst verabschiedetes Gesetz vorgeschrieben.

„Ausländische Nachrichtendienste können jetzt vom Schreibtisch aus unsere Spione identifizieren und ihre einstigen Kontakte wieder aktivieren“, schreibt die Zeitung. In der Datenbank seien sowohl die echten Namen von Geheimdienstoffizieren als auch ihre ausländischen Codenamen gespeichert.

„Das ist ein unglaublicher Skandal. Die meisten dieser Menschen sind noch am Leben, und jetzt sind ihre Kontaktdaten offengelegt. Der polnische Staat hat sie schlicht ausgeliefert.“

So ist aus der Datenbank unter anderem ersichtlich, dass auch Mariusz Kazana, ehemaliger Leiter des Protokolls im polnischen Außenministerium, seit 1986 unter dem Decknamen Tscharski im Auftrag des Geheimdienstes tätig war, so das Blatt. Der Mann war bei der Flugzeugkatastrophe bei Smolensk ums Leben gekommen. Ein weiterer Spion von der Liste hat Polens Nato-Beitritt aktiv vorangetrieben und ist inzwischen laut der Zeitung selbst Mitarbeiter der Allianz.


Quellen:Wyborcza.pl/ds/19.04.2017
 
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